Neusiedl am See

Erstellt am 09. August 2018, 11:57

von Wolfgang Millendorfer

FPÖ-Austritte: Tschürtz kontert . Der FPÖ-Landesobmann nahm Stellung zu den Parteiaustritten im Bezirk Neusiedl am See: „Dass das so zelebriert wurde, ist für mich nicht verständlich.“

FPÖ-Chef Hans Tschürtz  |  Millendorfer

Mit ihrem Austritt aus der FPÖ hat Maria Nakovits, geschäftsführende Stadtparteiobfrau in Neusiedl am See, für Aufsehen gesorgt. Frisch aus dem Urlaub zurück, meldete sich nun Landesparteichef Hans Tschürtz zu Wort: „Maria Nakovits hat eben ihren Auftritt gehabt, das soll so sein. Von einem ,Politbeben‘ kann man aber wirklich nicht sprechen.“

So gab es Verwirrung um die Anzahl der Austritte. Laut Tschürtz sei neben Nakovits auch deren Mutter ausgetreten; die übrigen „vier bis fünf“ Austritte hätten Mitglieder betroffen, die noch nicht ordentlich als solche aufgenommen worden seien.

„Es mag sein, dass Frau Nakovits nicht zufrieden ist, das ist völlig in Ordnung, aber dass sie das so zelebriert, ist für mich nicht verständlich“, meinte Tschürtz in einer Pressekonferenz. Er verwehrt sich auch dagegen, dass Landespolitikern „mangelnde Sachkompetenz“ vorgeworfen wurde.

„Habe viele ausländische Freunde“

Als einen der Gründe für ihren Austritt hatte Nakovits „Ausländerfeindlichkeit“ in der Partei genannt. So habe es interne Kritik gegeben, als ein Asylwerber bei einem Maifest der FPÖ-Neusiedl mitgeholfen hatte. In der Landespartei sei davon nichts bekannt, meinte Tschürtz: „Sicher wird der eine oder andere irgendetwas sagen, wenn man bei zwei Glaserln Bier zusammensitzt, aber das ist natürlich absolut kein Problem. Einem Asylwerber ist natürlich mit Respekt zu begegnen, weil das Verfahren ja noch nicht abgeschlossen ist. Und ich habe selbst viele ausländische Freunde.“

FPÖ-Chef Hans Tschürtz mit den Ortspartei-Mitgliedern Josef und Michaela Brandlhofer und Daniel Zebedin  |  Millendorfer

Generell, so Tschürtz, habe man das Aufnahmeverfahren für neue Mitglieder verschärft. Bei der  Neuaufnahme von Mitgliedern werden auch die Orts- und Bezirksparteien zu Rate gezogen: „In den Ortschaften kennt man die Personen besser und kann auch sagen, ob diejenigen schon negativ aufgefallen sind.“

Seit der Regierungsbeteiligung der FPÖ im Burgenland seien bis zu 1.000 neue Mitglieder aufgenommen worden. In Neusiedl am See werde man in den kommenden Wochen ebenfalls ein neues Team präsentieren. Hier arbeitet die Ortsgruppe auch eng mit FPÖ-Landesrat Alexander Petschnig zusammen.