Mit Windpark-Geld „Schäden an Natur kompensieren“. Die Einnahmen aus dem Windpark sollen in Klima- und Umweltschutzmaßnahmen investiert werden.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 07. Dezember 2019 (06:14)
Die Windkraftanlagen im Windpark Neusiedl am See werden gegen Windräder der modernsten Generation eingetauscht. Einnahmen aus der Windenergie will die Stadtgemeinde künftig in den Klimaschutz investieren.
BBR

Geld aus der Windkraft soll zur Gänze in Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen fließen. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vergangene Woche einstimmig beschlossen.

„Künftig haben wir acht Stück Donautürme auf der Parndorfer Platte“Vize-Bürgermeister Thomas Halbritter

Zur Abstimmung stand ursprünglich lediglich das Repowering des Windparks durch die Energie Burgenland. Die bestehenden achtzehn Windräder mit einer Höhe von 120 Metern sollen in den kommenden Jahren abgebaut und durch acht neue stärkere Windräder mit bis zu 245 Metern Höhe ersetzt werden (die BVZ hat berichtet). So ohne weiteres wollte die ÖVP-Fraktion dem allerdings nicht zustimmen.

Vize-Bürgermeister Thomas Halbritter wies in der Sitzung auf die negativen Auswirkungen auf das Landschaftsbild hin: „Die Anzahl der Windräder wird zwar verringert, aber künftig haben wir acht Stück Donautürme auf der Parndorfer Platte. So hoch sind die Windräder nämlich.“ Im Gegenzug zur Belastung der Natur müsse die Stadtgemeinde Kompensationsmaßnahmen treffen.

Ein Zeichen für den Klimaschutz

Nach intensiver Diskussion und einer Unterbrechung der Gemeinderatssitzung stimmten alle Fraktionen dem Antrag zu. Künftig werden die Einnahmen aus den geplanten neuen Windkraftanlagen in Neusiedl am See zur Gänze in den Umwelt- und Klimaschutz investiert. Damit stehen jährlich zwischen 80.000 und 180.000 Euro für konkrete Umweltschutzprojekte zur Verfügung.

Bürgermeisterin Elisabeth Böhm zeigte sich gegenüber einer Zweckwidmung zuerst skeptisch, vor allem weil es in der Abstimmung eigentlich um den Abschluss des Vertrages mit der Energie Burgenland gehen sollte: „Wir sind alle für den Umweltschutz, aber so eine Forderung gehört nicht in den Vertrag mit der Energie Burgenland, sondern in den Voranschlag“, gab sie zu bedenken. Auch FPÖ-Gemeinderat Herbert Denk äußerte zunächst Vorbehalte, die Stadtgemeinde brauche schließlich jeden Euro für die Bildungseinrichtungen.

Eine Zustimmung zu diesem Vertrag mit der Energie Burgenland ließ sich die ÖVP aber nur abringen, wenn die Einnahmen aus dem Windpark ein „grünes Mascherl“ bekommen. Dieser Argumentation folgten auch die Grünen. Schließlich stimmten alle Fraktionen für eine Zweckwidmung der Windpark-Einnahmen. Mit dem Geld könnten etwa Bäume gepflanzt, Straßenräume begrünt und Parkanlagen angelegt werden oder Investitionen in die Fernwärme, Photovoltaikanlagen oder Radwege getätigt werden.