Neusiedl am See

Erstellt am 13. September 2018, 04:00

von Elisabeth Kirchmeir

Betrogener Ehemann rastete aus: „Ich war in Rage“. Ein betrogener Ehemann ließ seine Wut an Ex-Nachbarn aus und ruinierte deren Haustür mit Verkehrsschild.

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Provoziert habe er sich gefühlt, gab der 33-jährige Angeklagte vor Gericht bekannt. Er verkrafte bis heute nicht, dass ihn seine Ehefrau vor zwei Jahren betrogen habe. Wegen dieses „Traumas“ sei er sogar in Therapie.

Die Untreue seiner Frau war auch am 10. Juni 2018 zu mitternächtlicher Stunde ein Thema gewesen. Damals hatte die Frau des Angeklagten Geburtstag gefeiert, es war reichlich Alkohol geflossen, als ihm der frühere Nachbar – so der Angeklagte – vorgeworfen habe, dass er seine eigene Frau einsperre und nicht weggehen lasse.

„Ich glaubte, er tut mir was, da haute ich ihm eine rein“Der Angeklagte

„Ich sagte, dass das einen Grund hat. Sie hat mich schon betrogen. Ich leide noch immer an den Folgen“, erklärte der Angeklagte vor Gericht.

Mit den Worten „Geh‘ her, du Hur‘“ habe er seine Frau gerufen. Danach sei die Situation eskaliert.

„Ich glaubte, er tut mir was, da haute ich ihm eine rein“, gab der Angeklagte zu. Der Ex-Nachbar, größer und stärker als er, habe ihn aber auch in „den Schwitzkasten“ genommen und auf ihn eingeprügelt.

Dem 36-jährigen Ex-Nachbarn und seiner 33-jährigen Frau gelang es, den Ort des Geschehens zu verlassen und mit dem Auto nach Hause zu fahren.

Nächtlicher Radau bei den Ex-Nachbarn

Damit war aber in dieser Nacht noch keine Ruhe eingekehrt.

Trotz seiner erheblichen Alkoholisierung fuhr der Angeklagte zunächst mit dem Fahrrad und dann ein weiteres Mal mit dem Auto seiner Eltern zum Haus der Ex-Nachbarn.

Dort polterte er an die Türe und forderte die Bewohner auf, aus dem Haus zu kommen. Er riss ein Verkehrsschild aus der Verankerung und schlug damit auf die Haustür ein. Außerdem drohte er, er werde mit dem Auto in das Wohnhaus fahren.

All diese Tathandlungen gab der Angeklagte kleinlaut zu. Der Schaden, den er an der Haustür angerichtet hat, ist beträchtlich: Mit allen Nebenarbeiten kann die Wiederherstellung der Tür rund 19.000 Euro kosten. Zusätzlich fordert der Ex-Nachbar 1.500 Euro Schmerzensgeld.

Richterin Karin Lückl stellte fest, dass sich der Angeklagte während seiner Aggressionsausbrüche offenbar in einer Ausnahmesituation befunden habe, zumal er auch im Gerichtssaal wie ein zerrüttetes Nervenbündel wirkte. Sie bot ihm eine Diversion an: Wenn der Mann dem Ex-Nachbarn 300 Euro Schmerzensgeld sowie 1.500 Euro für den Sachschaden bezahlt und 1.260 Euro Geldbuße leistet sowie die Prozesskosten in der Höhe von 150 Euro übernimmt, wird das Verfahren gegen ihn eingestellt.