Coronavirus: Schwierige Situation für Wirten. Die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus treffen die österreichische Wirtschaft schwer. Auch wenn bereits finanzielle Unterstützung der Regierung angekündigt worden ist, sind die Existenzängste bei vielen Menschen enorm. Die BVZ hat mit dem Dorfwirten Martin Frank von Mönchhof gesprochen.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 15. März 2020 (10:52)
Das Gasthaus Frank musste bis dato Stornierungen für 2000 Personen entgegen nehmen.
Frank

Mit insgesamt 2000 Gästen weniger muss die Familie Frank bis 15. Mai bereits jetzt rechnen. „Das ist ein enormer finanzieller Schaden für uns, wenn man das hochrechnet. Jede Art von Feiern, Veranstaltungen, Reisebussen und Geburtstagen wurden bereits abgesagt. Ein Reisebüro nach dem anderen ruft an und cancelt die Reservierungen“, die Betroffenheit über die derzeitige Situation ist bei Martin Frank und seiner Familie stark zu spüren.  

Nur vereinzelt Gäste

Bereits seit Freitag schließt der Mönchhofer Wirt jeden Tag seine Pforten um 15 Uhr. „Am Freitag hätten wir noch eine Versammlung bei uns hinten im Saal gehabt, aber da hier sehr viele ältere Personen gekommen wären, habe ich die Veranstaltung abgesagt. Das Risiko ist einfach zu groß, das wollte ich nicht eingehen“, so Frank.

Die ersten Auswirkungen habe er bereits Anfang der Woche gespürt: „Sonntag, Montag und Dienstag war unser Gasthaus leer. Am Donnerstag, Freitag und Samstag sind vereinzelt Gäste eingekehrt. Das waren aber jene, die auf der Autobahn im Stau gestanden und bei der letzten Abfahrt in Österreich abgefahren sind, um noch etwas zu essen.“

"Essen auf Rädern" wird weiterhin geliefert

Das Angebot „Essen auf Rädern“ werde weiterhin wie gewohnt fortgesetzt, „in dieser Ausnahmesituation sind viele Personen auf uns als Nahversorger angewiesen, und für diese wollen wir da sein. Wie sich das die kommenden Wochen entwickelt, wissen wir nicht. Solange es uns aber möglich ist, werden wir weiterhin Hauszustellungen tätigen. Auch Volksschule und Kindergarten beliefern wir weiterhin. Wir werden sehen, wie viele Kinder ab nächster Woche tatsächlich in den Einrichtungen betreut werden. Wir müssen es auf uns zukommen lassen, aber wir können versichern: Wir tun unser Bestes, um alle bestmöglich zu versorgen.“

Dass die ungarische Grenze geschlossen beziehungsweise stark kontrolliert wird, habe natürlich auch Auswirkungen auf die regionalen Betriebe. „Zwei von unserem sechsköpfigen Team sind ungarische Staatsbürger. Die beiden sind zurzeit nicht da. Auch wenn sie die Grenze in den nächsten Tagen und Wochen passieren und weiterhin in Österreich arbeiten dürften, steht man zurzeit an der Grenze vier Stunden im Stau. Es kann aber auch sein, dass sie gar nicht mehr kommen können beziehungsweise dürfen. Wenn dies eintritt, müssen wir sowieso schauen, was beziehungsweise wie viel wir im kleineren Team schaffen“, stellt Frank zögerlich in Aussicht.

"Ohne Unterstützung, wird man es nicht schaffen"

Die Familie Frank ist sich einig: „Wer in dieser Situation keine Rücklagen oder Menschen hat, die einem unterstützen, schafft die nächsten zwei bis drei Monate nicht. Die Wirtschaft wird enorm darunter leiden.“