Ex-Dealer muss 180 Sozialstunden ableisten. 1.200 Gramm Cannabis verkaufte ein 22-jähriger Mann aus dem Neusiedler Bezirk zum Einkaufspreis weiter.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 14. Juli 2019 (05:13)
Mit Cannabis in der Tasche wurde der Angeklagte von der Polizei am Arbeitsplatz abgeholt.
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„Täglich rauchte ich zwei bis drei Joints, statt einem Bier sozusagen“, berichtete ein 22-jähriger Mann aus dem Bezirk Neusiedl vorige Woche vor Richterin Birgit Falb.

Vorgeworfen wurde ihm, dass er innerhalb von einem Jahr 1.200 Gramm Cannabis an vier, namentlich nicht bekannte Abnehmer weiterverkauft hatte.

Zum Einkaufspreis, wie der Angeklagte angab. Gewinn habe er keinen gemacht.

Als die Sache aufflog, holte ihn die Polizei am Arbeitsplatz ab. 15 Gramm Cannabisblüten hatte er dabei.

Die Polizei hatte auch den Chatverlauf mit den Abnehmern gegen den Verdächtigen in der Hand.

Dieser packte gleich groß aus und gab mehr zu, als man ihm nachweisen konnte.

„Das habe ich ihm beigebracht!“, warf der im Gerichtssaal anwesende Vater des Angeklagten ein.

Der junge Mann ist gleich mehrfach gestraft: Der Arbeitgeber war aufgrund des Polizeieinsatzes alarmiert und kündigte den Angeklagten, dieser verlor wegen des Drogenkonsums auch seinen Führerschein.

Führerschein ist für vier Monate weg

„Die Amtsärztin sagte, dass man bei drei Gramm Cannabis pro Woche von Drogenmissbrauch reden kann. Deshalb war der Führerschein zuerst für einen Monat weg und dann noch einmal für drei Monate“, berichtete der Angeklagte.

Jetzt muss er alle vier Wochen zum Urintest und dann noch zum Verkehrspsychologen. „Seit dem Tag, als sie mich aufhielten, rauche ich nichts mehr“, ließ er das Gericht wissen.

Nachteilig für ihn war auch die Tatsache, dass er mit gerade mal 22 Jahren nicht mehr als junger Erwachsener gilt und daher schon ins strengere Strafrecht für Erwachsene fällt.

Nach Prüfung aller Milderungsgründe erschien dem Gericht dennoch eine Diversion möglich.

Der Ex-Dealer muss 180 Stunden gemeinnützige Leistungen erbringen, dann wird das Verfahren gegen ihn eingestellt. Damit erklärte sich auch die Staatsanwaltschaft einverstanden.