Freundin getreten und an die Wand gedrückt. 22-Jähriger misshandelte monatelang seine Freundin. Jetzt wurde er verurteilt. An das Opfer muss er 3000 Euro zahlen.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 16. März 2019 (07:10)
Werner Müllner
Schauplatz der Verhandlung: Das Justizzentrum Eisenstadt.

„Ein- bis dreimal im Monat war etwas“, berichtete das 26-jährige Opfer unter Tränen bei der vorige Woche per Video in den Verhandlungssaal übertragenen Einvernahme.

Auf der Anklagebank saß ihr 22-jähriger Ex-Freund, der sie elf Monate lang getreten, gewürgt, an die Wand gedrückt und so heftig an den Armen gepackt hatte, dass sie unter Schmerzen litt.

Am 14. November 2018 stieß er sie brutal zu Boden, sodass die Frau eine Steißbeinfraktur erlitt. Danach erstattete der Mann eine Selbstanzeige bei der Polizei.

„Sind Sie ein Häferl?“, fragte Richterin Birgit Falb den Angeklagten.

„Wenn man mich reizt und provoziert…“, antworte er.

„Sie werden immer wieder gereizt und provoziert werden“, antwortete die Richterin. „Sie können nicht alle niederschlagen!“, ermahnte sie den Angeklagten.

Streit eskalierte, er ging auf sie los

Kennengelernt hatte sich das Paar im Frühjahr 2017. Beide berichteten über ständige Streitereien. „Es eskalierte meistens so, dass er auf mich losging“, schilderte die Frau die Vorfälle.

„Warum trennten Sie sich nicht von ihm?“, wollte die Richterin wissen.

„Ich wollte ihn nicht auf die Straße setzen, hatte ihn gern und hoffte, dass es besser wird“, schluchzte die 26-Jährige.

Sie habe sich wegen der problematischen Beziehung das Leben nehmen wollen und sei nach wie vor in psychologischer Behandlung.

Erst nach der Gewalttat am 14. November habe sie die Kraft gehabt, dem Martyrium ein Ende zu setzen.

Der 22-Jährige wurde zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. An seine Ex-Freundin muss er 3000 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Außerdem erhielt er die Weisung, sich einem Anti-Aggressionstraining zu unterziehen.