Notfallmamas für Eltern in Zwangslage. Vier Frauen des Familienselbsthilfevereines KiB kümmern sich im Bezirk im Krankheitsfall um die Kinder.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 09. Oktober 2019 (04:04)
dm/Buchacher
Scheckübergabe. Bürgermeisterin Elisabeth Böhm, Heidi Eisingerich-Dillenz (KIB/ notfallmamas), Hannelore Weihrauch (dm Gebietsmanagerin) und Claudia Piringer (dm Filialleiterin).

Die Erkrankung eines Kindes kann für berufstätige Eltern schnell zu einer großen Herausforderung werden. Wer übernimmt die Betreuung, wenn aus dem näheren Umfeld niemand zur Verfügung steht, aber die Pflegefreistellung aufgebraucht ist oder ein dringender Termin ansteht? Nicht alle Familien verfügen über ein ausreichendes soziales Netz, auf das sie in Notsituationen zurückgreifen können.

Bei Betreuungsengpässen besteht die Möglichkeit, eine „Notfallmama“ des Familienselbsthilfevereins KiB zu organisieren. Der Verein KiB ist sozusagen die Feuerwehr für die Betreuung von Kindern zu Hause durch eine Notfallmama, wenn ein Familienmitglied erkrankt ist. Diese Form der Unterstützung wird von immer mehr Eltern genutzt. Auch wenn die Eltern selbst kurzfristig und plötzlich erkranken und Hilfe bei der Betreuung der Kinder benötigen, kann das Angebot der Notfallmamas in Anspruch genommen werden. Der Bedarf an Notfallmamas wächst österreichweit und ist auch im Neusiedler Bezirk zu beobachten.

Unterstützung für Projekt

Um auf das Projekt in Neusiedl am See aufmerksam zu machen, schlossen sich die Notfallmamas rund um KiB-Landeskoordinatorin Heidi Eisingerich-Dillenz mit der lokalen dm Filiale, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sofort begeistert von der flexiblen Betreuung waren, zusammen. Im Rahmen einer Informationskampagne in der Filiale wurden Eltern über das Projekt informiert sowie der Bedarf nach Notfallmamas aufgezeigt. Darüber hinaus entschied man sich, die Notfallmamas im Zuge der {miteinander} mehr erleben Kampagne zu unterstützen. Dabei setzt sich dm drogerie markt für soziale, ökologische und kulturelle Anliegen ein. Bei der Übergabe des Schecks von über 6.750 Euro durch Gebietsmanagerin Hannelore Weihrauch war auch Neusiedls Bürgermeisterin Elisabeth Böhm anwesend, die mit ihrer Gemeinde die Notfallmamas ebenfalls unterstützt.

In Neusiedl und Umgebung würden sich die Notfallmamas über Verstärkung von engagierten Menschen freuen, die im Umgang mit Kindern Erfahrung haben. Im Bezirk gibt es momentan vier Notfallmamas: je eine in Neusiedl am See, Apetlon und zwei in Gols. „Es sind Damen in Pension oder Tagesmütter, die zeitlich noch Kapazitäten haben“, berichtet Eisingerich-Dillenz. Die Organisation und Vermittlung läuft über den Verein KiB children care, der die Kosten für die Kinderbetreuung durch eine Notfallmama für Mitglieder teilweise oder zur Gänze übernimmt.

Notfallmamas kennenlernen

Am 13. November können interessierte Eltern die vier Notfallmamas des Bezirks persönlich kennenlernen, und zwar im Rahmen eines Workshops zum Thema „Vereinbarkeit = Unterstützung = Lebensqualität“, der im Zuge der Initiative „notfallmamas“ gemeinsam mit abz Austria von 16:30 bis 18:30 Uhr im Restaurant Nagelreiter stattfindet.