Mechaniker wegen Tacho-Tricks in Haft

48-jähriger Mechaniker muss ins Gefängnis, weil er Kilometerstände bei Gebrauchtwagen manipuliert haben soll.

Erstellt am 17. Oktober 2021 | 06:04
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Foto: APA (Symbolbild)

Als erwiesen sah es der vom Gericht beigezogene KFZ-Sachverständige an, dass bei drei Autos, die der Angeklagte verkauft hatte, die Tachostände zurückgedreht worden waren.
Der 48-jährige Mechaniker, der die auf den Namen seiner ebenfalls angeklagten Lebensgefährtin angemeldeten Fahrzeuge verkauft hatte, wurde wegen Betrugs angeklagt.
Am ersten Prozesstag Mitte September hatte er sich nicht schuldig bekannt.

Dabei blieb er bis zum Ende des Prozesses: Mit den Manipulationen an einem Audi A4, einem Audi A5 und einem VW-Polo habe er nichts zu tun.
Am Montag dieser Woche wurden noch zwei Zeugen befragt, darunter die 30-jährige Vorbesitzerin des Audi A4, den sie 2016 auf der Plattform „Willhaben“ inseriert hatte.
Zuvor hatte sie den Kilometerstand fotografiert: „Das war mein einziges Glück!“, sagte sie vor Gericht.

Kilometerstand um Zig-Tausende reduziert

Rund 320.000 Kilometer hatte der Audi damals drauf.
Im Oktober 2016 verkaufte der Angeklagte den PKW weiter – mit rund 201.000 Kilometer.

Auch beim Audi A5 und beim VW-Polo traten nach dem Weiterverkauf Ungereimtheiten hinsichtlich des Kilometerstandes auf.

Will nichts damit zu tun gehabt haben

Der Angeklagte nahm zwar zur Kenntnis, dass offenbar bei allen drei von ihm verkauften Autos mit den Tachoständen etwas nicht stimmte – er habe damit jedoch nichts zu tun.
Richterin Daniela Berger glaubte ihm das nicht und verurteilte den wegen Betrugs dreimal vorbestraften Mechaniker wegen der Manipulationen an den beiden Audis zu 18 Monaten unbedingter Haft. Zum VW erfolgte ein Freispruch.
Die Lebensgefährtin wurde von den gegen sie erhobenen Vorwürfen freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.