Sexuelle Nötigung: Angeklagter fehlte

55-Jähriger kam nicht ins Gericht. Er habe sich eine Glasscherbe eingetreten.

BVZ Redaktion Erstellt am 12. September 2021 | 07:15
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Foto: APA (Symbolbild)

Wegen des Verdachts einer geschlechtlichen Nötigung, die am 20. Feber 2020 in einer Ortschaft im Bezirk Neusiedl stattgefunden haben soll, hätte sich ein 55-jähriger österreichischer Staatsbürger am Montag dieser Woche vor Gericht verantworten sollen.

Zwei Berufsrichter, zwei Schöffen, Staatsanwältin, Verteidigerin und der Anwalt des mutmaßlichen Opfers warteten jedoch vergeblich auf den Angeklagten.

Die Verteidigerin gab dann bekannt, dass ihr Mandant sie kurzfristig informiert habe, dass er krank sei und nicht kommen könne.

Richterin Doris Halper-Praunias erreichte den 55-Jährigen telefonisch und wies ihn darauf hin, dass er eine ärztliche Bestätigung vorlegen müsse, sonst gelte er nicht als ordnungsgemäß entschuldigt und werde zum nächsten Prozesstermin von der Polizei vorgeführt.

„Es ist höchst unangenehm, dass Sie nicht da sind!“, ermahnte die Richterin den Angeklagten.

„Krank ist er nicht“, berichtete sie dann den im Gerichtssaal Anwesenden. „Er ist in eine Glasscherbe getreten und immobil.“

Gar nicht erfreut über die Vertagung des Prozesses zeigte sich das mutmaßliche Opfer, eine Frau, die als Zeugin zum Prozess geladen worden war.

Die Richterin erklärte ihr, dass es sich beim Vorwurf der geschlechtlichen Nötigung um ein Verbrechen handle und man nicht in Abwesenheit des Angeklagten verhandeln könne.

Der nächste Prozesstermin wurde für Anfang Oktober festgelegt.