Straße blockiert: Schlägerei mitten im Ort

Erstellt am 19. Juni 2022 | 05:33
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8390462_nsd24kla_stau_c_ddisq.jpg
Der Stau eskalierte rasch zu einem Handgemenge, das nun mehrere Verfahren nach sich zieht.
Foto: shutterstock
Ein junger Porschefahrer blockierte beim Ausparken die Straße und geriet in Streit mit Erntehelfern: Prozess.

Mitten in einer Ortschaft im Bezirk Neusiedl ging es am 21. Oktober 2021 rund: Ein junger Mann hatte beim Ausparken mit dem Porsche seines Vaters die durch den Ort führende Hauptstraße blockiert - sehr zum Unmut von Erntehelfern aus Ungarn, die an der Weiterfahrt gehindert wurden.

Vier Beteiligte am dadurch ausgelösten Streit, darunter der Porschefahrer, hätten sich eigentlich vorige Woche vor Richterin Gabriele Nemeskeri verantworten sollen.

Gekommen waren jedoch nur zwei Erntehelfer im Alter von 46 und 21 Jahren.

Der 46-jährige Ungar war damals am Lenkrad eines Kastenwagens gesessen. Er forderte den Porschefahrer durch entsprechende Gesten auf, die Straße zu räumen.

Daraufhin sprang der Porschefahrer aus seinem Auto. Er soll auf den Kastenwagen und durch das geöffnete Fahrerfenster auf den 46-Jährigen eingeschlagen haben.

Der 46-Jährige gab zu, seinerseits dem Porschefahrer zwei Schläge verpasst zu haben.

Für den gebrochenen Finger des Porschefahrers sei er jedoch nicht verantwortlich.

„Er schlug mir auf die Stirn“, berichtete der 46-Jährige. „Da blutete ich. Ich habe mich verteidigt.“

Sein 21-jähriger Kollege bekannte sich nicht schuldig. Er habe den Porschefahrer nicht geschlagen.

Nicht gekommen war ein weiterer Erntehelfer, der ebenfalls in die Auseinandersetzung verwickelt gewesen sein soll.

Befragt wurde der 43-jährige Vater des Porschefahrers. Er berichtete, dass sich sein Sohn fünf Monate lang in den USA aufhalte und deshalb nicht zum Prozess gekommen sei.

„Meine Frau sagte, geh bitte raus, da schlägt jemand unser Kind“, berichtete der 43-Jährige. Als er vor das Haus trat, seien „Fäuste geflogen“, außerdem habe der 46-jährige Angeklagte eine Motorsäge aus dem Kofferraum geholt und ihn damit bedroht.

Stau und Hupkonzert mitten im Ort

In der Zwischenzeit hatte sich ein Stau mit 30 bis 40 Autos gebildet.

Mehrere Lenker hupten.

Polizisten in der nahegelegenen Polizeiinspektion dachten, ein Unfall wäre geschehen. Auch Bundesheersoldaten wurden auf den Konflikt aufmerksam.

Die Nachbarn riefen: „Fahrt‘s einfach weg!“

Vor Gericht endete der Konflikt vorerst glimpflich: Der 46-jährige Erntehelfer wurde vom Vorwurf der gefährlichen Drohung freigesprochen und erhielt wegen einer leichten Körperverletzung eine Diversion. Sein 21-jähriger Kollege wurde von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen freigesprochen.

Gegen die beiden anderen Beteiligten wird der Prozess fortgesetzt.