Breitspurbahn: Trassenführung bei Kittsee wird geprüft. In der Gemeinderatssitzung am Montag haben sich die Kittseer Mandatare gesammelt gegen eine Breitspurbahn in Gemeindenähe ausgesprochen und einen einstimmigen Grundsatzbeschluss gegen den Zentralverschiebebahnhof und gegen eine Trassenführung bei Kittsee gefasst.

Von Saskia Jahn und Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 01. Oktober 2019 (18:48)
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Der Kittseer Gemeinderat befürchtet eine Verschlechterung der Lebensbedingungen in der Gemeinde.

Anlass war die Veröffentlichung einer Anzeige des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) in einer österreichischen Tageszeitung mit der auf eine Veröffentlichung im Internet über die Strategische Prüfung im Verkehrsbereich (SP-V-Gesetz) hingewiesen wurde. „Der Umweltbericht zur vorgeschlagenen Netzveränderung Raum östlich von Wien – Staatsgrenze bei Kittsee (Strecke und Güterterminal) liegt unter http://www.bmvit.gv.at/spv zur Einsicht auf“, hieß es darin wörtlich.

Kittseer Gemeinderat bezieht Stellung

Stellungnahmen zum Umweltbericht können bis 12. November abgegeben werden. Diese Möglichkeit möchten die Kittseer nicht ungenutzt verstreichen lassen. „Deshalb wird eine schriftliche Stellungnahme aller Fraktionen zur vorgeschlagenen Netzveränderung und zum Umweltbericht des Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie durch die Marktgemeinde Kittsee eingebracht“, hieß es vonseiten des Gemeinderats gegenüber der BVZ. Man befürchtet durch die angedachte Hochleistungsstrecke eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität durch das Projekt.

ÖBB schlug Trasse bei Kittsee vor 

Die ÖBB Infrastruktur AG hat im November 2018 einen Vorschlag bezüglich einer eventuellen Fortsetzung der Breitspurstrecke von der Staatsgrenze bei Kittsee bis in den Raum östlich von Wien im BMVIT eingebracht. Das Verkehrsministerium hat daraufhin  eine Strategische Umweltprüfung (SP-V), eingeleitet. „Bei der Strategischen Prüfung Verkehr wird erhoben, welche Auswirkungen die eingereichte Netzveränderung auf das hochrangige Verkehrswegenetz, Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft in Österreich hat“, ließ das BMVIT im Juni in einer Aussendung wissen. Im Rahmen einer Alternativenprüfung werde genau geprüft, ob eine geplante Änderung der Infrastruktur mit der zukünftigen Entwicklung der Region und des Standorts Österreichs im Einklang stehe und ob die Netzveränderung grundsätzlich durchgeführt werden soll.

Eine Breitspurbahn und ein Verladeterminal in der Ostregion sollen Teil der neuen Seidenstraße sein, die von China ausgehend die Kontinente Europa, Asien und Afrika mit einem leistungsstarken, hochfrequenten Verkehrswegenetzwerk verbinden soll.