380 FF-Kräfte bei Großbrand: Folgen eines Infernos. 28 Feuerwehren im Einsatz. Beim Großbrand im historischen Gebäude gab es keine Verletzten.

Von Otto Hawelka. Erstellt am 12. Dezember 2018 (10:41)
Ritter
Am Dach des Gebäudes herrschte höchste Alarmstufe. Das Dach und fast fertige Wohnungen fielen dem Brand zum Opfer.

Insgesamt 28 Feuerwehren mit 380 Mann waren am vergangenen Mittwoch und Donnerstag im Einsatz, um einen Großbrand im denkmalgeschützten Gebäudekomplex der ehemaligen k.u.k. Erbsenschälfabrik zu bekämpfen (die BVZ berichtete). Dabei musste im Zuge der Löscharbeiten nicht nur das Dach des Gebäudes aufgeschnitten werden, sondern auch Bewohner der angrenzenden Wohnungen evakuiert werden.

Ihnen wurde ein Notquartier in der Kaserne angeboten, das allerdings nicht in Anspruch genommen wurde. Die Betroffenen suchten lieber Unterschlupf bei Bekannten. Am Freitag erhielten sie Grünes Licht, wieder in ihre Wohnungen zurückkehren zu dürfen.

Schweißarbeiten führten zu Brand

Nachdem ein gesichertes Betreten des Brandplatzes nach dem Großbrand möglich war, wurden am 6. Dezember von Spezialisten der Brandgruppe des Landeskriminalamtes Burgenland, dem Bezirksbrandermittler der Polizei Neusiedl am See und Kriminaltechnikern des Bundeskriminalamtes die Brandplatzuntersuchung und Ursachenerforschung an Ort und Stelle durchgeführt. Dabei bestätigte sich der Verdacht, dass Schweißarbeiten zum Brand geführt haben.

Die Folgen waren jedenfalls fatal: Die im Erdgeschoss des Gebäudes befindliche „Merkur“-Filiale wurde buchstäblich überflutet. Mit 3,5 bis vier Millionen Liter Wasser wurden laut SP-Bürgermeister und Feuerwehrmitglied Gerhard Dreiszker das Feuer am Dach bekämpft.

Rund 8.000 Liter Wasser eingesetzt

Da der am Gelände befindliche Hydrant maximal 1.200 Liter Wasser pro Minute hergibt, wurde zusätzlich Löschwasser aus der Leitha angepumpt. In Summe wurden in der Akut-Phase rund 8.000 Liter Wasser zur Brandbekämpfung eingesetzt. Wieder rausgeronnen ist es im Erdgeschoss bei der Merkur-Filiale.

Im Rewe-Konzern (zu dem unter anderem Billa, Penny, Bipa und auch Merkur gehören) wird der Großbrand relativ gelassen zur Kenntnis genommen.

Im Februar nächsten Jahres hätte man die Filiale ohnedies wegen eines umfassenden Umbaus vorübergehend geschlossen. Die Merkur-Filiale bleibe laut Auskunft von Rewe jedenfalls erhalten, der geplante Umbau werde vorgezogen.

Weniger klar ist, ob das vom Brand betroffene Unternehmen für Autoersatzteile „Birner“ die Brandstätte revitalisieren wird. „Für die Gemeinde wäre ein Abzug des Unternehmens ein herber Verlust“, gesteht Bürgermeister Gerhard Dreiszker ein.

Müller
Großeinsatz der Feuerwehren in Bruckneudorf: Auch die Golser Wehr war an den Löscharbeiten des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes der ehemaligen k.u.k. Erbsenschälfabrik beteiligt.