Neue Front gegen Fluglärm. Die Region fürchtet, bei Bahn- und Flughafenprojekten unter die Räder zu kommen.

Von Otto Havelka und Susanne Müller. Erstellt am 13. März 2019 (08:55)
Mraz
Die Überflüge über Bruck und Bruckneudorf sind den beiden Gemeinden ein Dorn im Auge. Darüber hinaus befürchtet man künftig noch weitere Belastungen.

„Wir schließen uns der Beschwerde von Parndorf an“, verkündete SP-Bürgermeister Gerhard Dreiszker am Freitag gegenüber der NÖN. Die Gemeinde Parndorf beantragte beim Verwaltungsgerichtshof, den Bescheid über die dritte Piste aufzuheben, weil sie beim UVP-Verfahren übergangen worden sei.

Hintergrund der Beschwerde ist, dass die Gemeinden im nördlichen Burgenland und auch die Stadt Bruck über zunehmenden Fluglärm klagen. Die Befürchtung ist, dass dieser mit der 3. Piste noch dramatisch zunimmt. „Cargo-Flüge während der Nacht würden alle über unser Gebiet gehen“, fürchtet Dreiszker. Er will daher eine klar definierte Aufteilung des (künftigen) Flugverkehrs. „Unsere Region ist die am stärksten wachsende in Österreich“, begründet Dreiszker seine Forderung nach mehr Gehör und Mitbestimmung. „Wir wollen wissen, wie der Flugverkehr in der Nacht künftig aussieht.“

Gespräche "ohne konkretes Ergebnis"

Auch in Bruck sorgt das Dröhnen der Flugzeugmotoren für gehörigen Unmut. SP-Stadtrat Josef Newertal, von dem bisher nur Positives zu den Plänen für die dritte Piste zu vernehmen war, zeigte sich zuletzt ganz und gar nicht zufrieden mit dem Ausgang eines Gesprächstermins am Flughafen. Man hatte sich offenbar Zugeständnisse für eine Verringerung der Lärmbelastung der Stadt erwartet.

Das Gespräch sei aber „ohne konkretes Ergebnis zu Ende“ gegangen. In der Folge wurde kurzfristig für Donnerstag zu einem Informationstermin für die Gemeinderäte von Bruck und Bruckneudorf eingeladen. Die Scharmützel um den Fluglärm sind aber nur ein Vorbote für „wesentlich umfassendere Belastungen für die Region“, befürchtet Dreiszeker. Erst vergangene Woche fand ein „Runder Tisch“ zur geplanten ÖBB-Hochleistungsstrecke zwischen Flughafen und Bruckneudorf statt. Derzeit stehen vier Trassenführungen zur Diskussion. Über Inhalte der Diskussion wurde Stillschweigen vereinbart.

Am 28. März sind die Gemeindevertreter der Region zu einem Informationsabend über das umstrittene Projekt „Breitspur-Bahnhof“ eingeladen. Für Bürgermeister Dreiszker ist das Timing „kein Zufall“. Dritte Piste, ÖBB-Flughafenspange (mit geplantem Cargo-Zentrum) und Breitspur-Bahnhof seien „Mosaiksteine, die aus wirtschaftlicher Sicht wunderbar zusammenpassen.“ „Das würde aber auch den Tod der Region bedeuten“, ist Dreiszker überzeugt.