Budgetnot hat Folgen für Benedek-Kaserne. Bereits fix geplante Groß-Projekte werden nun wegen Geldmangels auf unbestimmte Zeit verschoben.

Von Otto Havelka. Erstellt am 10. Juli 2019 (05:53)
Militärkommandant Gernot Gasser zeigte die Folgen der Finanznot für das Heer auf.
Schabhüttl

Die akute Finanznot des Bundesheeres hat nun auch für die Benedek-Kaserne handfeste Auswirkungen. Sowohl die Generalsanierung des vierten Kreuzgebäudes, die für Anfang des kommenden Jahres geplant war, wie auch der 2021 vorgesehene Neubau des Wirtschaftsgebäudes inklusive Küche und Speisesaal wurden gestoppt beziehungsweise auf unbestimmte Zeit verschoben.

In Summe fehlen für die beiden Projekte rund zwölf Millionen Euro. Eine Sanierung des Kreuzgebäudes (vier Millionen Euro) wäre zur Schaffung von Unterkünften für die steigende Zahl von Kurs- und Übungsteilnehmern dringend notwendig. Und in der Küche des Wirtschaftsgebäudes steht bereits seit ein paar Jahren „eine Zwangs-Schließung durch die Behörde aufgrund baulich bedingter Hygienemängel im Raum“, teilte das Militärkommando Burgenland im Rahmen einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag in der Montecuccoli-Kaserne in Güssing mit.

Noch im März zeigte sich der Kommandant des Truppenübungsplatzes Franz Neuhold zuversichtlich, dass das marode Wirtschaftsgebäude (im Hintergrund) erneuert werde. Nun ist das acht Millionen Euro schwere Projekt auf vorerst unbestimmte Zeit verschoben worden.
Havelka

Unter dem Titel „Budgetkrise des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH) und die Auswirkung auf das Burgenland“ zeichneten SP-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, FP-Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz, der Militärkommandant des Burgenlandes Gernot Gasser und der Bataillonskommandant des Jägerbataillons 19 Thomas Erkinger ein drastisches Bild über die Konsequenzen der Finanznot des Heeres. Mit der seit Jahrzehnten anhaltenden Einsparungen im Verteidigungsressort, insbesondere seit 2004, könne die militärische Landesverteidigung nicht mehr aufrecht erhalten werden. In naher Zukunft könne auch die Katastrophenhilfe im Inland nicht mehr im vollen Umfang abgedeckt werden.

Die Folgen für das Heer im Burgenland seien fatal:

  • Die Katastrophenhilfe sei aufgrund veralteter Geräte nur zu 50 Prozent einsatzbereit.
  • Die Kaderpräsenzeinheiten beim Jägerbataillon können wegen Personalmangels nicht eingesetzt werden.
  • Die Einsatzbereitschaft der Lkw liegt bei nur 51 Prozent.
  • Nur zwanzig Prozent der Pkw sind geländegängig.
  • Vorgesehen wären 159 Miliz-Fahrzeuge, tatsächlich gibt es kein einziges.

Eigenes Kraftwerk ist derzeit utopisch

In weite Ferne scheint auch die geplante Schaffung einer „Sicherheitsinsel“ in der Benedek-Kaserne gerückt zu sein.

Um für einen großräumigen und länger andauernden Stromausfall gerüstet zu sein, wurden vom Ministerium zehn „Sicherheitsinseln“ im gesamten Bundesgebiet festgelegt. Diese sollen als völlig autarke Zentren im Katastrophenfall als Schutz- und Rückzugsort dienen. Eine dieser Sicherheitsinseln soll die Benedek-Kaserne bilden.

Um auch in der Energieversorgung unabhängig zu werden, wurde auch überlegt, am Truppenübungsplatz (TÜPl) ein Hackschnitzel-Kraftwerk zur Strom- und Wärmeerzeugung zu errichten. Nach Ansicht der Heeresvertreter sei die Schaffung von „Sicherheitsinseln“ unter den derzeitigen Umständen nur Wunschdenken. „Hierzu werden Geldmittel benötigt, die sich mit einem Budget von 0,58 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) nicht abdecken lassen“, so der Tenor.

Der stellvertretende TÜPl-Kommandant Markus Ziegler war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.