Parndorf Outlet Manager: „Zurück zur alten Normalität“. Fashion Outlet Manager Marius Gyparis über die Kundschaft in Parndorf und wie der Handelsriese mit einem „blauen Auge“ durch die Corona-Krise gekommen ist.

Von Paul Haider. Erstellt am 19. Juni 2020 (05:10)
Auf Erfolgskurs. Marius Gyparis, 38, ist mit Neusiedler und griechischen Wurzeln in Bruck an der Leitha aufgewachsen und wohnt jetzt mit seiner Familie in Göttlesbrunn. Seit Feber ist er Centermanager im Parndorf Fashion Outlet.
Haider

Nach 13 Jahren im Werbegeschäft hat Marius Gyparis 2016 den beruflichen Wechsel gewagt und die Position des Marketingleiters im Parndorf Fashion Outlet angenommen. Vier Jahre später ist er hier eine Sprosse auf der Karriereleiter weiter gekommen: Im Feber 2020 wird er zum Centermanager befördert und sieht sich nur einen Monat später mit noch nie da gewesenen Herausforderungen konfrontiert.

Im BVZ-Gespräch erklärt der 38-Jährige mit Wurzeln in Neusiedl am See und Griechenland, wie Parndorf dank der Unterstützung treuer österreichischer Kunden mit einem „blauen Auge“ durch die Krise gekommen ist und gibt einen Ausblick darauf, wie es mit dem Parndorf Fashion Outlet in Zukunft weitergehen wird.

BVZ: Herr Gyparis, Sie sind seit Feber Centermanager im Fashion Outlet und im März kam schon der große Corona-Lockdown. Wie sind Sie mit dieser Situation umgegangen?

Marius Gyparis: Ich hatte aus den Vorjahren schon viel Erfahrung und Routine, was in der Situation auch gut war. Aber weder unsere Mieter noch wir selbst waren mit einer Situation wie dieser vertraut. Das war für uns alle Neuland. Das Center musste sechs Wochen lang geschlossen sein. In der Zeit hatten wir zwar keinen aufrechten Betrieb, mussten uns aber sehr wohl darum kümmern, wie es danach weitergeht. Und das war eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Wir haben versucht, uns Stück für Stück an diese neue Normalität anzunähern.

Wie haben sich die Besucherzahlen entwickelt, seit das Center im Mai wieder aufgesperrt wurde?

Gyparis: Im Vergleich zum Vorjahr waren verstärkt österreichische Kunden hier, die sich anscheinend auch sehr wohl gefühlt haben. Das sieht man am Einkaufsverhalten: Die Kunden waren länger da und haben mehr Shops besucht. Es haben wohl viele die Möglichkeit genutzt, bei weniger Kundenfrequenz zu shoppen. Dass das Ein- und Ausreisen in die Nachbarländer seit 5. Juni wieder möglich ist, spürt man jetzt natürlich deutlich. Dass seit Montag wieder Shoppen ohne Maske erlaubt ist, spiegelt sich auch in den Frequenzzahlen wider. Ich gehe davon aus, dass das ein erheblicher Schritt, nicht zur neuen Normalität, sondern zurück zur alten Normalität ist.

Woher kommen die meisten Kunden im Parndorf Fashion Outlet?

Gyparis: Der größte Anteil der Kunden kommt aus Österreich. Insbesondere das Einzugsgebiet im Radius von 50 Kilometern rund um Parndorf, was uns in Zeiten wie diesen sehr entgegenkommt, ist für uns relevant. Kunden aus Fernost belaufen sich bei uns auf einen niedrigen, einstelligen Prozentsatz. So gesehen werden wir durch ein weiter anhaltendes internationales Reiseverbot weniger betroffen sein. Wir sind guter Dinge, dass wir bald wieder auf dem selben Level wie vor Corona sein werden.

Hat Corona dem Center einen Dämpfer verpasst? Wie sind die einzelnen Geschäfte bisher durch die Krise gekommen?

Gyparis: Es hat keine Pleiten gegeben. Im Gegenteil, es ist eher so, dass neue Projekte umgesetzt werden, als dass vom Bestand etwas wegfallen würde. Bei manchen Projekten, die für den Sommer geplant wären, werden wir den Zeitplan nicht ganz einhalten können, sie sind aber nicht vom Tisch. Zum Beispiel gibt es für unseren ‚Wipeout Park‘ diese Woche den letzten Behördentermin, dann kann es sich nur noch um Tage oder Wochen handeln, bis eröffnet wird.“

Ist der Online-Handel ein ernst zu nehmender Konkurrent für Shopping Center wie das Parndorf Fashion Outlet?

Gyparis: Die Kunden entscheiden sich bewusst für den stationären Handel, da das Bedürfnis nach dem Shoppingerlebnis beim Onlineeinkauf oft auf der Strecke bleibt. Online einkaufen bedeutet für viele eben nur klicken und nicht shoppen. Dies hat sich auch nach der schrittweisen Aufhebung des Shutdowns gezeigt. Dass Einkaufen längst mehr ist als nur der Erwerb von Produkten, ist klar.

Das Parndorf Fashion Outlet wurde in den vergangenen zwei Jahren stark vergrößert und hat optisch einen ‚Facelift‘ bekommen. Wird es noch weitere Ausbauphasen geben?

Gyparis: Momentan gibt es keine konkreten Umsetzungspläne. Aber es gäbe ein Konzept und Pläne, die bereit liegen, um einen Ausbau kurzfristig umzusetzen. Sollte es etwaige Mieter geben, die einen größeren Flächenanspruch haben, den wir mit den derzeit existierenden Flächen nicht abdecken können, könnte man das kurzfristig umsetzen.

Wie funktioniert die nachbarschaftliche Zusammenarbeit zwischen den zwei großen Parndorfer Outlet Centern?

Gyparis: Die Late Night Shopping-Events sind die Kernprojekte, bei denen wir zusammenarbeiten. Es gibt auch regelmäßige Abstimmungen bei Punkten, die auf Besucherfreundlichkeit abzielen. Beim Thema Öffnungszeiten versuchen wir uns - auch wenn diese nicht hundertprozentig gleich sind - abzustimmen. Ein Großteil der Shopper hält sich sowohl in unserem als auch im Nachbarcenter auf, da ist es in unser beider Interesse, den Kunden den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.“