Unterricht auf Abstand: Lehrerinnen berichten. Pädagoginnen und Pädagogen treffen ihre Schülerinnen und Schüler momentan nur im World Wide Web.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 25. März 2020 (05:21)

Kreativität ist im neuen Schulalltag gefordert. Seit einer Woche findet Schule zu Hause statt. „Home Schooling“ bedeutet auf allen Ebenen eine enorme Umstellung: sowohl für den Bildungsdirektor als auch für Lehrer, Schüler und Eltern.

Der Unterricht hat sich vor allem für die älteren Schülerinnen und Schüler größtenteils ins World Wide Web verlegt, aber auch Volksschulkinder nutzen digitale Lernplattformen. Die Neusiedler Volksschullehrerin Lisa Heider unterrichtet in der Volksschule Gattendorf die vierte Klasse und berichtete der BVZ von ihren ersten Erfahrungen: „Die Kinder bekommen auf der ihnen bekannten Internet-Plattform ‚skooly‘ die Lerninhalte zur Verfügung gestellt.

Mit den Eltern können wir über die ‚skooly Klassenbuch‘-App in Kontakt bleiben.“ Anfangs sei sie noch skeptisch gewesen. „Fragen über Fragen stellten sich mir, in meinem Kopf drehte sich ein einziges Gedankenkarussell“, gibt sie zu. Aber die erste Woche sei gut verlaufen, dank den „Tipps zum Fernlernen“ von „Skooly-Papa“ Georg Ratz. „Und auch die Kommunikation mit der Klasse hat geklappt, der Klassenchat war von Beginn an für die ganze Klasse geöffnet.“

Lerngruppen via Livestream

Auch in der Akademie der Wirtschaft in Neusiedl findet Schule auf Online-Plattformen wie lms.at, Office 365, WebUntis und via E-Mail statt.

Die Schülerinnen und Schüler vernetzen sich auch untereinander und bilden „Lerngruppen mit Abstand“ via Livestream. „Sie nutzen die zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien und erledigen die meisten Aufgaben zur Zufriedenheit ihrer Lehrkräfte“, meldete Pädagogin Brigitte Karger. Die neuen Medien würden auch den „persönlichen Kontakt“ ermöglichen. Fragen, Erläuterungen und Ergänzungen zu den einzelnen Unterrichtsgegenständen würden über alle zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle erfolgen. „Gemeinsam wird man diese besondere Herausforderung meistern“, so Karger und berichtet von schönen Gesten zwischen Lehrern und Schülern, die sich gegenseitig Grüße schicken (siehe Bilder oben).