Pegel: Tiefststand am Zicksee. Der Sankt Andräer Zicksee misst laut Bürgermeister Andreas Sattler an seiner tiefsten Stelle nur noch 30 Zentimeter.

Von Klaus Zwinger. Erstellt am 29. Juli 2021 (05:53)

Der Zicksee sorgt derzeit vielerorts für Kopfzerbrechen. So wie auch der Neusiedler See ist er nämlich zum größten Teil abhängig vom Regenwasser – ein Luxusgut, dem dieser Tage nur schwer beizukommen ist. Die Folgen scheinen dramatisch: während der Neusiedler See immer wieder an einem historischen Tiefstand kratzt, befindet sich der Zicksee schon genau dort.

Problematik schon seit Jahren bekannt

Zwar wurde 2010 eine dem See jährlich zuzuführende Dotierungsmenge von 300.000 Kubikmetern Wasser veranschlagt, diese scheint bei angenommenen 730.000 Kubikmetern Wasser, die alljährlich verdunsten, jedoch wie ein Tropfen auf den heißen Stein.

Diese fix veranschlagte Dotierungsmenge über zehn Jahre ist nun im vergangenen Jahr ausgelaufen und es wurde zusammen mit der Taskforce Neusiedler See-Seewinkel unter der Leitung von DI Christian Sailer an einer neuen Lösung gearbeitet.

Neuer Versuch in der Projektphase

Bürgermeister Andreas Sattler klärt auf, wie es in Zukunft weitergehen wird: „Am 1. Mai dieses Jahres wurde in Abstimmung mit der Landesregierung und in Zusammenarbeit mit der Gruppe Wasser Wien ein Versuch gestartet, der sich aktuell in der Projektphase befindet.“ Ziel des Versuchs ist es, den Wasserstand zu heben oder längerfristig zu halten. Nun werden aus Grundwasserbrunnen 100 Liter Wasser pro Sekunde in den See geleitet, während 60 Liter pro Sekunde verdunsten.

In der kurzen Zeit von Mai bis Ende Juli ist zwar noch kein merklicher Effekt eingetreten, dies liegt aber vor allem an den vielen Tagen mit Temperaturen jenseits der 30 Grad. Im Winter und im Frühjahr sollen aber durch den vermehrten Wasserzufluss Vorräte angelegt werden, von denen der See dann das restliche Jahr zehren kann. Außerdem soll in den kommenden Jahren Wasser aus der ungarischen Moson-Donau abgeleitet werden, damit sich der Grundwasserspiegel des Seewinkels und damit auch die Ökosysteme erholen können.

Hausgemachtes Problem am Ufer des Sees

In seiner misslichen Lage ist der Zicksee aber nicht nur wegen der großen Hitze und dem ausbleibenden Regen, sondern auch aufgrund der Abtragung des Lehmbodens am Ufer, die in den 60er-Jahren stattgefunden hat.

Damals ersetzte man, um sich vor einem rasant ansteigendem Wasserspiegel abzusichern, den Lehmboden durch Schotter, sodass das Wasser schneller absickern konnte. Über die Jahre stand die Rückführung des Ufers zu seinem Urzustand immer wieder zur Debatte, derzeit ist sie allerdings vom Tisch. Man wird sehen, was die neuen Maßnahmen bringen.