Rotes Kreuz: Neuer „Rettungsmanager“ für Bezirksstelle. Der Donnerskirchener Florian Feldmann hat die Dienstführung beim Roten Kreuz Neusiedl am See übernommen. Die BVZ hat zum persönlichen Interview gebeten.

Von Paul Haider. Erstellt am 06. Oktober 2019 (06:18)
Paul Haider
Kein reiner Bürohengst: Florian Feldmann ist auch als Dienstführender weiter im Rettungs-Einsatz - wenn auch weniger als bisher. Foto: Haider

Die Bezirksstelle des Roten Kreuzes Neusiedl am See hat einen neuen Dienstführenden: Der 34-jährige Donnerskirchener Florian Feldmann hat am 1. August die leitende Funktion von Andreas Rimpfl übernommen. Feldmanns Vorgänger hat sich, nach nur eineinhalb Jahren im Dienst, für eine berufliche Veränderung entschieden.

Im BVZ-Interview berichtet Florian Feldmann von den Herausforderungen seiner neuen Aufgabe, und warum er sie angenommen hat: „Es war der logische nächste Schritt für mich. Als mich die Geschäftsleitung gefragt hat, ob ich das machen will, habe ich um eine Woche Bedenkzeit gebeten. Im Endeffekt habe ich die Entscheidung aber schnell getroffen, weil sich für mich nur Vorteile herauskristallisiert haben. Die Arbeit ist irrsinnig interessant und mit einem ‚9 to 5-Job‘ kann man einfach besser Zeit für die Familie finden als im Schichtdienst“, erzählt der Vater einer einjährigen Tochter.

„Die verschiedenen Aufgabenstellungen zu meistern hat mich von Anfang an fasziniert.“Nach dem Zivildienst hat sich Florian Feldmann für den Beruf ‚Sanitäter‘ entschieden

Beim Roten Kreuz kann Florian Feldmann mittlerweile auf eine 14-jährige Karriere zurückblicken, die im Jahr 2005 mit dem Zivildienst begonnen hat. Begeistert von den vielfältigen Aufgaben dieses Berufs bewirbt sich der gelernte Kellner danach sofort als hauptberuflicher Mitarbeiter – und wird schon zwei Monate später angestellt.

Paul Haider
Kein reiner Bürohengst: Florian Feldmann ist auch als Dienstführender weiter im Rettungs-Einsatz - wenn auch weniger als bisher. Fotos: Haider

Warum er sich für den Beruf als Sanitäter entschieden hat, beschreibt Florian Feldmann so: „Die verschiedenen Aufgabenstellungen zu meistern - von der Oma mit der Gipshand, mit der du irrsinnig lieb quatschen kannst, bis hin zum schweren Verkehrsunfall - hat mich von Anfang an fasziniert.“

2008 macht er die Ausbildung zum Notfallsanitäter, ab 2010 ist er, gemeinsam mit Günter Muik, für die Stützpunktleitung in Frauenkirchen zuständig. Dort ist Feldmann auch federführend an der Einrichtung des neuen Notarzt-Einsatzfahrzeuges beteiligt.

Als Dienstführender der Bezirksstelle steht er jetzt wieder vor ganz neuen Aufgaben. „Der Dienstführende ist die Drehscheibe im Bezirk zwischen sämtlichen Aufgabenbereichen des Roten Kreuzes, die größte Aufgabe ist aber der Rettungsdienst. Ich bin für Personalangelegenheiten, Dienstplangestaltung, Gebäude-Fuhrpark und Materialverwaltung zuständig“, schildert Feldmann und betont, dass er dabei auch auf die Unterstützung vieler erfahrener Mitarbeiter zählen kann. „Der Dienstführer muss ein Teamplayer sein“, ist Florian überzeugt.

Ein reiner „Bürohengst“ ist der Dienstführende übrigens nicht - Feldmann ist nach wie vor als Rettungssanitäter im Einsatz: „Die Notarztdienste sind nach wie vor mein Steckenpferd. Das Hinauskommen und unter Leute Kommen mag ich nicht vernachlässigen und das brauche ich auch.“

„Die Einsätze gehen rapide nach oben“

Als größte Herausforderung beim Neusiedler Roten Kreuz sieht der neue Dienstführende die stetig steigenden Einsatzzahlen. „Die Einsätze gehen rapide nach oben. In dem Jahr, als ich angefangen habe, hat es 500 Notarzt-Einsätze im Bezirk gegeben, letztes Jahr hatten wir 1.400“, erklärt Feldmann. Trotz dieser Einsatzzahlen und einem Mangel an Zivildienern aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge sei der Rettungsdienst und die Notfallversorgung im Bezirk zu jeder Tag- und Nachtstunde gewährleistet, versichert der Dienstführende.

Um auch die Wartezeiten bei regulären Krankentransporten möglichst kurz zu halten, zählt das Neusiedler Rote Kreuz auf die Unterstützung freiwilliger Mitarbeiter. 555 Ehrenamtliche waren im Vorjahr im Bezirk aktiv. 24 Freiwillige sind laut Feldmann durch die Kampagne „Wir haben die passende Jacke für Dich!“ hinzugekommen.

Neue Freiwillige anzuwerben und diese zu motivieren ist Feldmann auch als Dienstführender ein großes Anliegen: „Ich finde es wichtig, ein gutes Arbeitsklima zu schaffen. Dann werden auch viele Zivildiener als Freiwillige bei uns bleiben“, bringt Florian Feldmann seine Herangehensweise an die neue Aufgabe auf den Punkt.