Parndorf: 60.000 Euro Förderung für Kassenärztin. Dr. Colescu bekommt für die Wiederaufnahme ihres Kassenvertrages Fördergelder vom Land und der Gemeinde Parndorf.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 09. Februar 2019 (07:06)
Symbolbild/Bilderbox
Versorgung gesichert. In Parndorf praktizieren im Moment drei Kassenärztinnen.

Parndorf lässt sich seine medizinische Versorgung etwas kosten: Im Vorjahr hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Landesförderung, die ein neuer Kassenarzt im Dorf bekommen würde, zu verdoppeln (die BVZ hat berichtet).

Dieser Entscheidung war eine langwierige Arztsuche vorangegangen. Fünf Mal wurde eine Kassenarzt-Stelle ausgeschrieben, ohne dass sich ein einziger Interessent gemeldet hat.

Kassenvertrag für mindestens fünf Jahre

Nachdem die Nachricht der attraktiven Fördersumme von bis zu 120.000 Euro die Runde gemacht hatte, hat sich die Parndorfer Wahlärztin Dr. Mihaela Colescu dazu entschlossen, wieder einen Kassenvertrag für mindestens fünf Jahre zu übernehmen. Seit Oktober praktiziert Dr. Colescu bereits wieder als Kassenärztin.

Diese Entscheidung bringt ihr jetzt eine Finanz-Spritze von 60.000 Euro: Das Land Burgenland hat eine Fördersumme von 30.000 Euro festgelegt. Die Gemeinde Parndorf hält Wort und verdoppelt diesen Betrag. Das Fördergeld, das als Starthilfe für eine neue Kassenarzt-Praxis vorgesehen war, wird somit an eine Ärztin mit bestehender Ordination ausgezahlt.

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) sagt dazu im Gespräch mit der BVZ: „Natürlich gibt es Stimmen, die meinen, ganz fair ist das nicht. Dabei wird aber vergessen, dass das Ganze eine Ursache gehabt hat und man nach fünf Ausschreibungen keinen Kassenarzt gefunden hat.“

Der Ortschef zeigt sich erleichtert, dass die ärztliche Versorgung im Dorf vorerst gesichert zu sein scheint. Die anstehende Pensionierungswelle von Allgemeinmedizinern im Bezirk bereitet aber auch in Parndorf vielen Sorge, wie Kovacs ausführt: „Frau Dr. Loidl steht kurz vor der Pensionierung und auch in den Nachbargemeinden gehen mehrere Ärzte bald in Pension. Wir haben österreichweit die Situation, dass die Zahl der Wahlärzte im Ansteigen ist und die der Kassenärzte zurückgeht. Da muss man sich etwas überlegen. Es ist schon viel Geld, was wir jetzt in Form der Förderung auszahlen. Aber es geht darum, die Grundversorgung der Leute zu sichern, was eine der wichtigsten Aufgaben einer Gemeinde ist.“