70 Euro für Füße am Sitz im Zug. Ein 18-jähriger Schüler aus Frauenkirchen bekam von einem Zug-Kontrolleur eine Geldstrafe aufgebrummt. Er habe sich laut ÖBB „ungebührlich“ und regelwidrig verhalten.

Von Paul Haider. Erstellt am 19. März 2021 (03:34)
440_0008_8045392_nsd11pau_strafzettel.jpg
Kostspielig. Diesen Beleg über 70 Euro Strafgebühr für „unzumutbares, regelwidriges Benehmen“ hat der 18-Jährige am Freitag im Zug von Frauenkirchen nach Neusiedl ausgestellt bekommen.
zVg, zVg

Das war eine teure Zugfahrt: Ein Schüler aus Frauenkirchen soll 70 Euro wegen eines Vorfalles bezahlen, der sich vorigen Freitag auf der Bahnstrecke zwischen Frauenkirchen und Neusiedl am See abgespielt hat.

Der 18-Jährige, der in der Zeitung nicht namentlich genannt werden möchte, hat der BVZ den Zwischenfall geschildert: „Ich habe die Spitze meines Schuhs zwischen zwei Sitze gestellt und habe dabei meines Erachtens nichts beschädigt oder beschmutzt. Dann kam der Kontrolleur und wollte mein Ticket und einen Schülerausweis sehen. Dann verlangte er 40 Euro, weil ich anscheinend Eigentum zerstört oder beschmutzt habe. Aber 90 Prozent der Sitze sind dreckig oder haben Spuren von Schäden. Der Herr meinte, wenn ich es nicht sofort bar oder mit Karte bezahle, muss ich es über einen Erlagschein von 70 Euro überweisen.“

Daraufhin habe der Kontrolleur dem Schüler den Erlagschein ausgestellt und sei weitergegangen.

Der 18-Jährige hat danach laut eigenen Angaben den ÖBB-Angestellten nochmals zur Rede gestellt, was jedoch nicht gefruchtet habe. „Er meinte, es sei alles auf Video aufgezeichnet und man würde erkennen, dass ich etwas beschmutze“, so der 18-Jährige.

Seiner Forderung, das Video sehen zu wollen, sei der Kontrolleur aber nicht nachgekommen.

ÖBB: „Ungebührliches Verhalten“

Bei der ÖBB hat man eine etwas andere Sichtweise des Vorfalls. Pressesprecher Christopher Seif lässt auf Anfrage der BVZ ausrichten: „Der Kollege hat angegeben, dass bei der Kontrolle ein Fahrgast die Füße auf dem Sitz hatte, woraufhin er ihn gebeten hätte, die Füße herunter zu nehmen oder zumindest die Schuhe auszuziehen. Nachdem der Fahrgast der Aufforderung nicht nachgekommen ist und relativ uneinsichtig war, ist der entsprechende Beleg ausgestellt worden.“

Bei Nichteinhalten der im Zug geltenden Verhaltensregeln seien die Kontrollorgane verpflichtet, Strafgebühren einzuheben, erklärt Seif weiters. Im Fall des 18-Jährigen seien 40 Euro für „Ungebührliches Verhalten“ und weitere 30 Euro Bearbeitungsgebühr fällig geworden.

Verschmutzung hätte 90 Euro gekostet

Und damit sei der Schüler noch günstig davongekommen: Für einen verunreinigten Sitz wäre eine Strafgebühr von 90 Euro vorgesehen, lässt der ÖBB-Sprecher wissen.