Energiekosten plagen St. Martins Therme

Erstellt am 25. November 2022 | 04:54
Lesezeit: 3 Min
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Klaus Hofmann sieht für die Tourismusbranche den Bund gefordert: Ohne staatliche Förderungen werde es nicht gehen.
Foto: BVZ
Bis Ende 2024 will die St. Martins Therme & Lodge den vollständigen Umstieg auf alternative Energieträger schaffen.

Der Energiebedarf in Thermen ist hoch und dementsprechend nervös ist man in den Betrieben angesichts der hohen Energiepreise. Gerhard Gucher, Direktor der Vamed Vitality World, sprach schon im September von erwarteten Steigerungen bei den Energiekosten von bis zu 350 Prozent, bei den Gaskosten sogar von bis zu 400 Prozent im Herbst/Winter.

Zur Vamed Vitality World gehört auch die St. Martins Therme in Frauenkirchen. Die hohen Energiekosten seien auch hier für den Betrieb eine gewaltige Herausforderung, erklärt Geschäftsführer Klaus Hofmann auf BVZ-Anfrage. Gleichzeitig sei es völlig ausgeschlossen, diese gewaltigen Steigerungen in diesem Ausmaß an die Kunden weiterzugeben.

Bei den Eintrittspreisen wird es um den Jahreswechsel die übliche Preiserhöhung geben: „Voraussichtlich drei bis fünf Prozent“, sagt Hofmann.

Die aktuelle Kostensteigerung für den Betrieb liege deutlich über dieser Preisanpassung und das treibt Sorgenfalten auf die Stirn des Geschäftsführers, der auch Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) ist: „Angesichts der derzeitigen Energiepreis-Entwicklung und der Auswirkungen auf die Energiekosten in der gesamten Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist klar ersichtlich, dass die gesamte Branche auf massive staatliche Förderungen oder aber Energiepreisregulierungen angewiesen sein wird.“

Klar ist aber auch, dass die Betriebe selbst stark gefordert sind, Energie einzusparen. In der St. Martins Therme bemüht man sich seit Jahren, energieeffizient zu arbeiten: „Unser Energielieferant – die Burgenland Energie – betreibt dafür am Standort ein Blockheizkraftwerk. Dieses produziert direkt vor Ort gleichzeitig Strom und Wärme. Das ist äußerst effizient und spart dadurch grundsätzlich im Vergleich zu einem herkömmlichen Heizkessel Co2“, verdeutlicht Klaus Hofmann.

In Frauenkirchen hat man sich aber auch für die Zukunft einiges vorgenommen: Seit dem Sommer treibt man ein Projekt voran, um rasch den Umstieg auf ein mit Biomasse sowie zusätzlichen Wärmepumpen betriebenes Heizkraftwerk zu schaffen. Im Jänner nächsten Jahres soll außerdem auf dem gesamten Resortdach eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden.

Die erste Phase des Umstiegs auf alternative Energieversorgung soll bereits kurz nach dem Jahreswechsel abgeschlossen sein. Bis Ende 2024 will die St. Martins Therme den vollständigen Umstieg schaffen.

„Parallel haben wir uns intern zum Ziel gesetzt, 15 Prozent Energiemengeneinsparung gegenüber 2019 zu schaffen“, betont Hofmann gegenüber der BVZ. Eine Vielzahl an Maßnahmen sei im Laufen, beispielsweise die bestmögliche Umstellung der Beleuchtung auf LED oder die Optimierung von Laufzeiten der Lüftung. Was aber „definitiv nicht vorgesehen ist“, ist eine Absenkung der Wassertemperatur.

Und wie sieht die Buchungslage und die Gästefrequenz in der St. Martins Therme und Lodge aus? „Aktuell sehr gut“, so Hofmann, „insbesondere für Weihnachten und Silvester gibt es in der Lodge nur noch Restplätze.“ Auch in der Therme sei man mit den Eintritten zu den Ferienterminen und am Wochenende sehr zufrieden, Entwicklungspotenzial gebe es noch an Wochentagen, um das Vor-Pandemie-Niveau zu erreichen.

„Bemerkenswert ist das noch kurzfristigere Buchungsverhalten, daher lassen sich derzeit über den 6. Jänner hinaus keinerlei Prognosen über das Gästeverhalten abgeben.“