Wallfahrtskirchen-Tür öffnete sich Millionen Mal. 1990 wurde die Frauenkirchener Wallfahrtskirche durch Papst Johannes Paul II zur Basilica minor erhoben. Damit wurde ihre Bedeutung unterstrichen.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 27. September 2020 (05:23)
Basilica minor ist ein besonderer Ehrentitel, den der Papst einem bedeutenden Kirchengebäude verleihen kann. Die Verleihung des Titels bezweckt die Stärkung der Bindung an den römischen Bischof und soll die Bedeutung dieser Kirche für das Umland hervorheben.
Basilika Frauenkirchen

Vor 30 Jahren, am 15. August 1990, wurde die Gnadenkirche in Frauenkirchen durch Papst Johannes Paul II. zur „Basilika minor“ erhoben.

„Unsere Basilika in Frauenkirchen war die erste im Burgenland. Die Erhebung zur Basilika minor erfolgte im Rahmen einer Heiligen Messe“, erzählt der Stadtpfarrer Pater Thomas Lackner im Gespräch mit der BVZ. Gleichzeitig wurde damals auch das 30-jährige Jubiläum der Errichtung der Diözese Eisenstadt und 750 Jahre Gnadenstatue gefeiert. „Ein unvergessliches Ereignis“, erinnert sich Franz Stadlmann, Obmann des Vereins „Freunde der Basilika Frauenkirchen“, zurück.

Die aktuelle Corona-Pandemie erschwerte die gebührende Würdigung dieses besonderen Jubiläums. Trotz alledem entschloss man sich dazu, unter Einhaltung aller vorgegebenen Maßnahmen mit einer kleinen Feier am 8. September, dem Patrozinium (Schutzherrschaft eines Patrons) der Basilika, dem Ereignis zu gedenken. Vor dem St. Martinus-Pilgerkreuz in Frauenkirchen betonte Obmann Stadlmann in seiner Ansprache, dass die beiden Franziskanerpatres Andreas Siess und Michael Schlatzer, die ab 1985 rund 20 Jahre in Frauenkirchen gewirkt hatten, den Grundstein für die Erhebung der Kirche zur Basilika gelegt hatten. Am 10. Juni 2006 verstarb Pater Andreas nach kurzer schwerer Krankheit. Er wurde in der Franziskanergruft in Frauenkirchen beigesetzt. Zu Ehren von Pater Andreas Siess legten die „Freunde der Basilika Frauenkirchen“ einen Kranz nieder.

Vor der Franziskanergruft am Pfarrfriedhof Frauenkirchen gedachten die „Freunde der Basilika“ Pater Andreas Siess. Er setzte sich maßgeblich dafür ein, dass die Frauenkirchener Wallfahrtskirche zur Basilika wurde.
privat

Pater Thomas Lackner ist seit fünf Jahren Stadtpfarrer und Bruder im Konvent Frauenkirchen. Der BVZ gibt er einen Einblick in die neuesten Entwicklungen und Modernisierungsschritte in der Basilika: „Vor Kurzem wurde eine hochmoderne LED-Beleuchtung im Inneren der Kirche angebracht und installiert. Die Basilika erstrahlt nun im wahrsten Sinne des Wortes im neuen Glanz. Die Kirche selbst zeichnet sich bereits durch die großartige Architektur aus, die Beleuchtung der einzelnen Kunstwerke, der Deckenfresken und des Hochaltars betont dies noch zusätzlich.“

Vor eineinhalb Jahren wurde die Öffnung und Schließung der Türen im Eingangsbereich automatisiert. Dies bewähre sich vor allem jetzt, in Zeiten von Corona. „Unlängst wurde ein Service an den Türen durchgeführt. Der Techniker ermittelte im Zuge dessen die Anzahl der Türaktivitäten. Unglaubliche 293.000 Mal gingen diese seit ihrer Installierung auf und wieder zu. Das hat uns alle positiv überrascht. Grob hochgerechnet auf die letzten 30 Jahre sind das mehr als drei Millionen Menschen, für die sich die Türen öffneten“, freut sich Pater Thomas. Die Basilika sei für viele „Obdach für die Seele“. Die Menschen kämen hier her, um zur Ruhe zu kommen und zu erkennen, dass das Leben tiefer reicht, als wir wahrnehmen.