App statt Warteschlange: „Getsby“ für Gastro-Szene. Reservieren, Bestellen und Zahlen am Handy: Petar Iliev aus Wallern mischt mit der App „Getsby“ die Gastro-Szene auf.

Von Paul Haider. Erstellt am 15. September 2019 (05:59)
Getsby
Das Team hinter der App. Reihe oben: Gregor Sind, Michael Platzer, Petar Iliev, Oliver Aichinger. Reihe unten: Christian Oitzl, Lukas Wittich, Philipp Mayrl und Mathias Müller.

Das Wiener Start-up „Getsby“ sorgt derzeit für eine digitale Revolution in der Gastronomie. Die App des jungen Unternehmens macht es möglich, per Fingerdruck am Handy einen Tisch in einem Restaurant zu reservieren und die gewünschten Speisen im Voraus zu bestellen. Auch die Bezahlung (wenn gewünscht, inklusive Trinkgeld) wird mit der App über eine zuvor hinterlegte Zahlungsmethode abgewickelt.

„Der Stress zu den Stoßzeiten ist für Gast und Kellner unangenehm. Ich habe mir gesagt, da gehört eine Lösung her.“Petar Iliev

„Getsby“ sagt außerdem Warteschlangen beim Imbiss oder vor dem Getränkestand den Kampf an: Mit der „Take-away“-Funktion können am Handy bestellte Speisen und Getränke direkt abgeholt werden.

Gründer und Geschäftsführer von „Getsby“ ist der 27-jährige Wallerner Petar Iliev. Im BVZ-Gespräch erzählt er, wie er auf die Idee für die App gekommen ist: „Wenn man im Seewinkel essen geht, hat man immer Zeit, mit dem Personal zu tratschen. Als ich nach Wien gekommen bin, habe ich das vermisst. Ich habe in einem Großkonzern gearbeitet, wo die Mittagspause kurz war. Da hat man gemerkt, dass die Kellner zur Mittagszeit ganz wenig Zeit für den Service hatten. Der Stress zu den Stoßzeiten ist für Gast und Kellner unangenehm. Ich habe mir gesagt, da gehört eine Lösung her.“

Gesagt, getan. Gemeinsam mit seinem Mitstreiter Lukas Wittich aus Potzneusiedl hat sich Iliev vor zwei Jahren an die Entwicklung der App gemacht. Unermüdlich wurde gearbeitet, bis „Getsby“ im vergangenen Jänner schließlich auf die Welt losgelassen werden konnte.

Niklas Schnaubelt
Der Hosentaschen-Kellner: Mit „Getsby“ sollen Wartezeiten im Restaurant der Vergangenheit angehören.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Seit dem Start der App konnten schon über 100 Betriebe und tausende User dafür gewonnen werden. „Getsby“ hat außerdem zahlreiche Start-up Preise gewonnen und mediales Interesse im Ausland geweckt – etwa mit einem Beitrag im Magazin „Galileo“ auf Pro 7.

Die Rückmeldungen der Gastronomen seien laut Petar Iliev durchwegs positiv: „Das Problem, dass ein Gast einen Tisch reserviert und dann nicht kommt, gibt es bei uns nicht, weil der Kunde schon beim Reservieren bezahlt hat. Wir versprechen außerdem, dass es mit unserer App mehr Umsatz pro Kopf gibt. Der Gast bestellt öfter, weil es einfacher geht.“

Expansion in Europa: „Hofbräuhaus“ ist dabei

Nach dem erfolgreichen Start arbeiten die sieben Vollzeit-Mitarbeiter des Start-ups jetzt an der nächsten Expansion. Petar Iliev hat sich seine Ziele jedenfalls hoch gesteckt: „Wir wollen europaweit Marktführer werden. Noch im September starten wir die nächste Wachstumsphase. Unter anderem wird das größte Wirtshaus der Welt, das Hofbräuhaus München, unsere App benutzen.“