Gesundheit geht uns alle an. Paul Haider über positive Initiativen in Zeiten des Ärztemangels.

Von Paul Haider. Erstellt am 13. Februar 2019 (04:30)

Eine medizinische Krise zeichnet sich ab: In den nächsten zehn Jahren werden 60 Prozent der derzeit im Bezirk Neusiedl am See praktizierenden Allgemeinmediziner in Pension gehen. Das ist alarmierend. Vor allem wenn man sieht, dass es vielen Gemeinden jetzt schon schwerfällt, Ersatz für Dorfärzte im Pensionsalter zu finden.

Wenn es darum geht, Jungmedizinern eine Stelle als Landarzt schmackhaft zu machen, ist guter Rat teuer – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Gemeinde Parndorf greift beispielsweise schon in die eigene Tasche und verdoppelt die Landesförderung für neue Kassenärzte. Und auch in anderen Gemeinden des Bezirks wird man erfinderisch, wenn es darum geht, die medizinische Versorgung aller Gemeindebürger sicherzustellen. Aktuell etwa in St. Andrä, wo ein Bring-und Abholservice zum Arzt für ältere und in der Mobilität eingeschränkte Personen eingerichtet wurde.

Wer die „hohe Politik“ gefordert sieht, Maßnahmen gegen den Ärztemangel zu ergreifen, hat sicher nicht unrecht. Aber positive Beispiele wie der Fahrtendienst in St. Andrä zeigen, dass auch Initiativen auf kommunaler und privater Ebene dazu beitragen können, dass die medizinische Versorgung der Schwächeren in unserer Gesellschaft aufrecht erhalten bleibt.