Grüne fordern Baustopp am Neusiedler See. Regina Petrik und Andrea Kiss kritisieren Bauprojekte am Ufer des Neusiedler Sees.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 14. August 2019 (05:46)
Haider
Besorgt. Regina Petrik und Andrea Kiss sehen die Weltkulturerberegion Neusiedlersee durch Bauprojekte gefährdet.

„Es herrscht Goldgräberstimmung“, lautet der Befund von Grünen-Landessprecherin Regina Petrik über mehrere Bauprojekte, die derzeit an den Ufern des Neusiedler Sees geplant oder bereits in Umsetzung sind - auf Kosten der Kulturlandschaften wolle man gut betuchte Gäste mit teuren Hotelbauten an den See locken.

Bei einem Pressegespräch im Joiser Seebad haben Petrik und die Neusiedler Gemeinderätin Andrea Kiss in der Vorwoche einen Stopp der Verbauung der Weltkulturerbe-Region Neusiedler See gefordert. Einige Projekte wurden dabei besonders hervorgehoben.

Neusiedl: Umwidmung für Hotel-Neubau

Kritik gab es etwa an der vorgesehen Flächenumwidmung am Standort des ehemaligen Seerestaurants „Da Marco“ im Neusiedler Seebad, um den Neubau eines Hotels zu ermöglichen. „Viel wichtiger als ein Hotel in Ufernähe wäre ein freier Badezugang am See. Wir Grüne warnen vor den Folgen dieser ungezügelten Bautätigkeit und geben der Umwidmung keine Zustimmung“, erklärte Gemeinderätin Andrea Kiss.

Das Grundstück, auf dem das Seerestaurant steht, hat derzeit eine Widmung Sport Marina. Bei einem Umbau müsste der Gemeinderat laut Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) in Bauland-Fremdenverkehr umwidmen. Böhm betont: „Wir in Neusiedl am See brauchen ein gepflegtes Seerestaurant mit Hotelbetrieb in unserer Stadt. Das Grundstück ist ja bereits verbaut. Die Umwidmung in Bauland-Fremdenverkehr muss im Gemeinderat mehrheitlich erfolgen.“

Scharfe Kritik vonseiten der Grünen gab es auch an Projekten in Weiden am See und Oggau, wo Ferienapartments und Seevillen gebaut werden.

Für das ungarische Mega-Projekt in Fertörakos (die BVZ hat in der Vorwoche berichtet) fordert Regina Petrik die Bildung einer binationalen Arbeitsgruppe. Es müsse auch mehr Druck von burgenländischer Seite gemacht werden, um die ungarische Behörde zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu bewegen.