Der Alleskönner mit dem Pinsel. Martin Egger ist seit zehn Jahren in seinem Neusiedler Atelier als Maler tätig. Der BVZ erzählt er von seiner Arbeitsweise, den schwierigen Anfängen und was er noch vorhat.

Von Paul Haider. Erstellt am 25. Januar 2020 (06:14)
Der Künstler inmitten seiner Werke: Martin Egger ist es wichtig, mit seinen Bildern eine positive Grundstimmung zu vermitteln. Abgesehen von Leinwänden bemalt er auch gerne Weinflaschen und Mauern.
Haider

2020 ist für Martin Egger ein Jahr der Jubiläen: Heuer feiert er 20 Jahre als professioneller Künstler und das zehnjährige Bestehen seines Ateliers in Neusiedl am See. Diesen Anlass hat er genutzt, um mit der BVZ auf seine größten Erfolge zurückzublicken und einen Ausblick auf kommende Projekte zu geben.

Seine Karriere als Künstler beginnt für den gelernten Elektriker in Niederösterreich. Die Initialzündung dafür kommt von seiner Frau Elvira, die sein Talent entdeckt und fördert: „Nachdem Elvira meine Kindheitszeichnungen gesehen hat, hat sie mir Farben in die Hand gedrückt und gesagt: Da, mach was daraus!“, erinnert sich der Martin Egger schmunzelnd 20 Jahre später.

„Nachdem meine Frau meine Kindheitszeichnungen gesehen hat, hat sie mir Farben in die Hand gedrückt und gesagt: Mach was daraus!“Die Initialzündung für Martin Eggers Karriere kam von seiner Frau Elvira

Schon bald darauf entscheidet er sich dazu, sein neu entdecktes Talent zu seinem Hauptberuf zu machen.

Nach einigen finanziell herausfordernden Jahren stellen sich die ersten Erfolge ein. Die floralen Motive des Künstlers erfreuen sich großer Beliebtheit, er wird als der „Blumenmaler vom Marchfeld“ bekannt. 2010 zieht es Martin Egger samt Familie nach Neusiedl am See, wo er sein Atelier in der Seestraße eröffnet.

„Wir haben uns für Neusiedl entschieden, weil es einerseits günstig liegt, und es andererseits einfach schön ist. Hier herrscht eine ganz andere Stimmung als im Marchfeld, die Leute sind lockerer“, erklärt Martin Egger die Entscheidung zum Umzug ins Burgenland.

Seit zehn Jahren malt, präsentiert und verkauft Martin Egger nun schon seine Werke in der Seestraße Nummer 66. Eine Besonderheit seines künstlerischen Schaffens besteht darin, dass er sich immer wieder neu erfindet. Jedes Jahr stellt er unter ein neues Motto, um sich selbst herauszufordern, etwas zu kreieren, das er bisher noch nie gemacht hat.

Vom Blumenmaler zum Kunst-Chamäleon

So stand 2019 bei Martin Egger ganz im Zeichen bunter Tierporträts, mit einer Serie namens „Neusiedler Tiergarten“. Die farbenprächtigen Bilder weckten sogar das Interesse einer deutschen Pharma-Firma – das Unternehmen ließ Kalender mit Eggers Motiven herstellen.

Mittlerweile hat sich der frühere „Blumenmaler“ zu einem wahren Chamäleon der bildenden Kunst entwickelt. Hervorzuheben ist Eggers Schaffensphase, in der er bekannte Werke der „großen Meister“ wie Van Gogh und Rubens verblüffend detailgetreu nachgemalt hat.

Werke wie das berühmte Gemälde „Samson und Delilah“ nachzuahmen erfordert oft wochenlanger Arbeit. Martin Eggers bevorzugtes Arbeitstempo ist aber ein anderes, wie er im BVZ-Gespräch verrät: „Ich arbeite am liebsten schnell. Im Idealfall ist ein Bild, das ich am Morgen anfange, am gleichen Tag fertig. Die Stimmung, in der ich am jeweiligen Tag bin, soll rüberkommen.“

Diese Arbeitstweise führt dazu, dass Martin Egger pro Jahr bis zu 400 Bilder malt. Rund 40 Prozent davon entfallen derzeit auf Auftragsarbeit.

Hommage an die großen Meister. Martin Egger hat Rubens „Samson und Delilah“ erstaunlich originalgetreu nachgemalt.
BVZ

Außerdem veranstaltet er regelmäßig Kunst-Workshops für Kinder und Jugendliche. Sehr wichtig ist ihm, dass sein Werk auch eine soziale Komponente hat: „Jeder sollte sich ein Bild von mir leisten können. Deshalb veranstalten wir auch jedes Jahr unseren Kunstflohmarkt.“ Die nächste Gelegenheit, ein Werk von Martin Egger zu einem besonders günstigen Preis zu ergattern, gibt es am 6. und 7. März, wenn wieder der Kunstflohmarkt in seinem Neusiedler Atelier stattfindet.

Fans des Künstlers können sich auch den 26. und 27. September schon rot im Kalender markieren: An diesem Wochenende präsentiert Martin Egger seine Sonderausstellung anlässlich des zehnjährigen Bestandsjubiläums seines Ateliers. Das Motto der Ausstellung lautet: „Städte der Welt“.

Mehr Informationen zu Martin Egger gibt es im Internet unter www.eggermartin-malerei.com