Neusiedler kreierte den „zweitbesten Guglhupf der Welt“. Von Neusiedl am See aus geht traditionelle Backkunst als süßer Gruß rund um den Globus.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 22. Februar 2019 (06:55)
ACCEDO/Helmreich
In Neusiedl am See ist der Loipmayer-Guglhupf im neu eröffneten Geschäft von Christoph Edelmann, „2 ND SEE“, in der Seestrasse 11 immer frisch erhältlich. Foto: ACCEDO/Helmreich

Eine traditionelle österreichische Süßspeise macht sich gerade auf den Weg von Neusiedl am See aus, die Welt zu erobern: der Guglhupf. Wegbereiter für den künftigen Exportschlager ist Christoph Edelmann. Der Neusiedler hat eine neue Guglhupfmarke kreiert.

Unter dem Namen „Loipmayer“ verkauft er seit etwas mehr als einem Jahr sieben verschiedene Kreationen. Darunter auch eine spezielle burgenländische Kreation – den „Pannonetone“. Bis nach London wird der Guglhupf bereits verschickt und selbst aus den Vereinigten Staaten kommen schon Bestellungen.

„Süße Konnotation“ für Österreich im Ausland

Edelmann hat viele Jahre als PR-Profi im Bereich Lebensmittelkommunikation gearbeitet. Dabei ist ihm aufgefallen, dass Österreich im Ausland nicht als Schnitzelland, sondern vielmehr als Mehlspeisenland wahrgenommen wird. „Liest man zum Beispiel einen koreanischen Reiseführer, so steht drinnen, man muss Sachertorte, Apfelstrudel und Kaiserschmarren essen – und Guglhupf, weil den liebte schon Kaiser Franz Josef so sehr.“

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In Neusiedl am See ist der Loipmayer-Guglhupf im neu eröffneten Geschäft von Christoph Edelmann, „2 ND SEE“, in der Seestrasse 11 immer frisch erhältlich. Foto: ACCEDO/Helmreich

Obwohl Österreich diese „süße Konnotation“ habe, gäbe es im Geschenksartikel-Backwaren-Bereich 90 Prozent ausländische Ware im Regal. „Das einzige schön inszenierte Mitbringsel ist die Sachertorte. Die ist natürlich ein respektabler Welterfolg“, sagt Edelmann, der neben der weltbekannten Schokoladentorte Platz für mehr österreichische Traditionsbackware am Markt sieht. Mit dem „Loipmayer“-Guglhupf möchte er diese Lücke schließen.

Ein Jahr lang habe er getüftelt, sich Patentrechte gesichert, an der Verpackung und dem Design gearbeitet und einen Produzenten gesucht, erzählt Edelmann im BVZ-Interview. Letzteren hat er schließlich in Bad Sauerbrunn entdeckt. In der Kurkonditorei hat der Unternehmer einen Bäcker gefunden, „auf den ich mich verlassen kann“.

Listung bei Meindl am Graben und am Flughafen

Gemeinsam wurden die Rezepturen entwickelt: „Ich habe ein Jahr lang Guglhupf verkostet“, lacht Edelmann. Überessen hat er sich nicht. Edelmann ist überzeugt von seinem Produkt. „Der Zuspruch zur Marke ist enorm. Und das liegt natürlich auch an der hohen Manufaktur-Qualität. Immerhin ist es der zweitbeste Guglhupf der Welt.“

Innerhalb kürzester Zeit hat der Loipmayer-Guglhupf eine Listung bei Meindl am Graben, bei Merkur am Hohen Markt und in den Flughafenshops bekommen. Außerdem ist er online unter www.loipmayer.com zu bestellen. Das Online-Geschäft entwickle sich gut, so Edelmann. Die meisten Bestellungen würden aus Deutschland, der Schweiz und London kommen.

„Eine Anfrage habe ich von einer amerikanischen Kaffeehauskette, die auf Wiener Café macht, bekommen. Präsident Trump hat mir aber lange Zeit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wegen des Shutdowns in den USA habe ich vier Wochen keine Zollfreigabe bekommen“, erzählt Edelmann.

Welcher Guglhupf sei nun aber eigentlich der Beste der Welt? „Ganz klar, der Hausgemachte von Oma aus der Kindheit“, lüftet der Experte am Ende des Gesprächs das Rätsel.