Einstimmiger Beschluss: Umfahrung gewünscht. Der Mönchhofer Gemeinderat will geschlossen für eine Verkehrsentlastung eintreten.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 10. Oktober 2019 (03:31)
BVZ
Eine Verkehrszählung der SPÖ im Frühjahr sollte die Belastung in der Gemeinde mit Zahlen untermauern. In 16 Stunden wurden 16.428 Fahrzeuge gezählt.

Im Juni hat die BVZ über eine Verkehrszählung in Mönchhof berichtet. Ein Leser wollte im Rahmen der Aktion „Frag die BVZ“ wissen, ob die Gemeinde aus dieser Zählung Konsequenzen ziehen werde.

16.468 Fahrzeuge wurden damals von 4 Uhr morgens bis 20 Uhr abends beim Kreisverkehr - also dem „Nadelöhr“ in der Gemeinde – gezählt. Initiiert wurde diese Zählung von der SPÖ-Ortsparteigruppe, die mit dieser Aktion das Thema Verkehrsbelastung wieder auf das Tapet der Gemeindepolitik bringen wollte. Das ist nun gelungen. Auch weil sich zeitgleich eine Bürgerinitiative um Johann Sittinger gegründet hatte, die das gleiche Ziel anstrebt: nämlich eine Umfahrungsstraße.

Bei der vergangenen Gemeinderatssitzung Ende September stand das Thema Verkehr nun auf der Agenda, es wurde diskutiert und schließlich ein einstimmiger Beschluss gefasst: Der Wunsch der Gemeinde, nach einer Umfahrungsstraße solle offiziell in der Landesregierung deponiert werden, erklären ÖVP-Vizebürgermeister Raimund Burjan und SPÖ-Ortsvorsitzender Martin Palensky gegenüber der BVZ unisono.

Der nächste Schritt sei es nun, mit dem zuständigen Landesrat – Heinrich Dorner – einen Termin zu fixieren. Der 7-köpfige interfraktionell besetzte Gemeindevorstand soll den Wunsch vorbringen. „Erst dann können Verantwortliche des Landes überhaupt tätig werden“, erklärt Palensky, „uns ist es wichtig, dass etwas passiert, dass etwas in Gang kommt, denn wir nehmen nicht an, dass der Verkehr in den nächsten Jahren weniger wird.“ Es gehe darum, dass die zuständige Abteilung des Landes mögliche Varianten einer Umfahrungsstraße prüfen könne.

„Erst dann können Verantwortliche des Landes überhaupt tätig werden“

Mönchhof ist verkehrsstrategisch ein Knotenpunkt, sämtliche Autofahrer und Lkw-Transporte aus den Seewinkel- und Hanság-Gemeinden im Süden des Bezirks nehmen die Strecke durch die Gemeinde, um auf die Ostautobahn Richtung Wien aufzufahren. Anrainer klagen seit Jahren über die hohe Verkehrsbelastung. Johann Sittinger drückte es in einem früheren Interview so aus: „Die Lkw fahren sieben Meter neben meinem Fenster vorbei. Ständig. Ich habe das Gefühl, der Verkehr reißt nie ab.“

Nun soll eine Lösung gefunden werden. Der Gemeinderat tritt geschlossen für eine Umfahrungsstraße ein, ohne allerdings Lösungsvarianten anzubieten. „Das ist Aufgabe der Experten“, betont Palensky. Was allerdings nicht gehen wird, sagt Burjan deutlich: „Die Verlagerung des Durchzugsverkehrs von einem Wohngebiet in ein anderes.“ Nur eine großräumige Umfahrung würde Sinn machen, so der Vizebürgermeister in Vertretung des urlaubenden Ortschefs Josef Kolby (ÖVP).