Es brutzelt wieder im Neusiedler Brunnenstüberl. Über drei Monate blieb das Lokal, das zuletzt unter dem Namen „Gerichte Küche“ geführt wurde, geschlossen.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 18. August 2019 (06:33)
Böhm-Ritter
Neue Pächterin. Rita Jola-Zinniel führt das Brunnenstüberl seit Mitte Juli unter seinem altbekannten Namen. Geöffnet ist von Mittwoch bis Samstag von 9 bis 22 Uhr, sonntags von 9 bis 20 Uhr.

Für das Brunnenstüberl heißt es „Back to the roots“. Zumindest was den Namen betrifft. Nach einem eineinhalb-jährigen Intermezzo als „Gerichte Küche“ unter der Führung von Sascha Ebner feierte das Lokal seinen Neustart Mitte Juli unter dem altbekannten Namen.

Sogar Rückkehr in die Schweiz sei im Raum gestanden

Über drei Monate blieb das Gasthaus geschlossen, als Ebner sich aus familiären Gründen zurückzog. Seit 13. Juli darf nun wieder gut-bürgerliche Küche im Traditionshaus genossen werden. Die neue Pächterin heißt Rita Jola-Zinniel und ist keine Unbekannte in der Neusiedler Gastro-Szene. Nur wenige Meter vom Brunnenstüberl entfernt führt sie seit rund zwei Jahren das Schrankenstüberl beim Bahnübergang in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs.

Als sich die Möglichkeit ergab, zusätzlich das Brunnenstüberl zu pachten, ermutigte ihre Familie sie zu diesem Schritt.

Nun fährt Jola-Zinniel also „zweigleisig“ und zwar „als Dank für die Neusiedler, die mich in der ersten Zeit so unterstützt und getragen haben.“

Jola-Zinniel spricht von der Zeit, als sie nach 24 Jahren aus der Schweiz wieder in ihre Heimat zurückkehrte und das Schrankenstüberl übernahm. Die ersten Monate seien sehr hart gewesen, behördliche Auflagen mussten erfüllt werden, eine Rückkehr in die Schweiz sei sogar im Raum gestanden, erzählt die gebürtige Mönchhoferin.

Das kleine Lokal ging jedoch von Anfang an gut. Großen Anteil daran hätten Neusiedls Weinbauern, erzählt Jola, liegt das kleine Lokal doch inmitten der Neusiedler Weingärten. „Als Dank an alle meine Weinbauern und Stammgäste habe ich nun auch das Brunnenstüberl übernommen“, schmunzelt Rita Jola-Zinniel.

„Selbst die täglich frischen Backwaren von Chefkoch Marcel schmecken wie bei Oma“Rita Jola-Zinniel

Mit einer klein gehaltenen Karte und zwei Menüs zu Mittag will sie bei ihren Gästen punkten. Was nicht auf der Karte fehlen darf, weiß Jola-Zinniel aus vielen Gesprächen mit ihren Stammkunden aus dem Schrankenstüberl: „Tafelspitz, Zwiebelrostbraten, Cordon Bleu und Wiener Schnitzel.“

Die gelernte Frisörin hat auch in der Schweiz immer wieder in der Gastronomie gearbeitet, so hat sie etwa ein Kinder-Kaffee mit einem Second Hand Shop geführt. Ihre Leidenschaft für die Gastrobranche wurde bei Jola-Zinniel aber in jungen Jahren in der legendären Mönchhofer Diskothek Tschako geweckt.

Nun will sie gemeinsam mit ihrer Familie das Brunnenstüberl zu einem beliebten Treffpunkt machen, wo gut-bürgerliche Gerichte frisch zubereitet werden. „Selbst die täglich frischen Backwaren von Chefkoch Marcel schmecken wie bei Oma“, schwärmt Jola-Zinniel.