Treibers „verrücktes Land“. Der Neusiedler Künstler und Olivenbauer Rudi Treiber hat ein Buch über seine zweite Heimat in Griechenland geschrieben. Die Erstauflage ist schon ausverkauft!

Von Paul Haider. Erstellt am 10. April 2021 (04:13)
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BVZ, Treiber

Rudi Treiber legt sein zweites Buch vor: Nachdem sich der Neusiedler Künstler in seinem Erstlingswerk „Diktat des Durchschnitts“ satirisch am Sinn und Unsinn des Lebens abgearbeitet hat, gibt es mit „Mein verrücktes Griechenland“ nun einen unterhaltsamen Lebensbericht über Treibers zweite Wahlheimat auf der Peloponnes.

„Die Idee zu einem Werk über Griechenland kam mir am Meer“, erzählt Treiber im BVZ-Interview: „Ich wollte dieses Buch schon immer schreiben, nur fehlte mir die Zeit dafür. Da ich jetzt keine Konzerte geben kann, war es der geeignete Zeitpunkt dafür.“

In „Mein verrücktes Griechenland“ beschreibt Rudi Treiber auf 260 kurzweiligen Seiten, begleitet von vielen Fotos, wie er vom Rucksacktouristen, der per Autostopp zum ersten Mal nach Griechenland gekommen ist, zum Olivenbauern mit eigenem Hain und Ferienhaus geworden ist.

Das Buch ist gespickt mit unterhaltsamen Anekdoten, die das beliebte Urlaubsland von einer Seite zeigen, die man als Sommertourist normalerweise nicht zu sehen bekommt.

„Es war wunderschön, Griechenland nicht nur im Sommer kennenzulernen, sondern in all seinen Jahreszeiten. Andererseits wurde mir klar vor Augen geführt, dass das Land in manchen Gegenden eine einzige Mülldeponie ist. Man wird hier oft konfrontiert mit haarsträubenden Bedingungen, die jedoch nur anfänglich ein Problem darstellen, aber dann mit griechischer Gelassenheit locker wegstecken kann. Außer jeglicher europäischen Norm bewegt sich der Beamtenstaat, wo ‚Hand aufhalten‘ absolut normal ist“, gibt Treiber ein paar Beispiele für die gelebte Realität im Mittelmeer-Staat.

Traumhaus gefunden wegen einer Autopanne

Ein Wendepunkt in Rudi Treibers Laufbahn kommt, als er vor 20 Jahren sein Ferienhaus samt Olivenhain erwirbt.

Nur aufgrund einer Autopanne landet er, auf der Fahrt von der Küstenstadt Patras ins Landesinnere, in dem kleinen Dorf Selianitika an der Nordküste der Peloponnes.

Ganz spontan unternimmt er mit dem örtlichen Immobilienmakler eine Hausbesichtigung.

Treiber erinnert sich heute noch ganz genau an den ersten Rundgang in dem Haus auf einem Hügel: „Das war schon eine große wilde Anlage und ich war mir nicht sicher, ob mir das gefällt. Schon alleine die gewöhnungsbedürftige Zufahrtsstraße machte mich skeptisch. Im Wohnzimmer sah ich dann aber eine Terrassentüre und ich ersuchte den Makler, diese zu öffnen. Was ich da sah, überbot all meine Vorstellungen. Das Haus hatte eine riesige Terrasse - mit einem unglaublichen Blick aufs Meer. Und in diesem Moment wusste ich es ganz sicher. Das Haus muss mir gehören.“

Gesagt, getan. Seither verbringt Rudi Treiber mehrere Monate im Jahr an seinem zweiten Wohnsitz und verkauft in Österreich sein selbst gepresstes griechisches Olivenöl.

„Ich habe mir das alles viel einfacher vorgestellt“, gibt Treiber im Rückblick zu. Schlussendlich habe aber trotz aller logistischen und „griechischen“ Probleme alles funktioniert: „Wenn man viel unternimmt, kann auch viel schiefgehen – aber auch gelingen“, lautet eine Lebensweisheit des Rudi Treiber.

Derer mehr gibt es auch in seinem neuen Buch zu lesen: Am 2. April hat Rudi Treiber „Mein verrücktes Griechenland“ im Eigenverlag veröffentlicht. Es ist direkt bei ihm oder über seine Homepage www.ruditreiber.com erhältlich.

Obwohl kein Verlag beteiligt ist, war die erste Auflage von 300 Büchern innerhalb von zwölf Stunden ausverkauft – die zweite Auflage ist bereits in Auftrag gegeben. Zehn Prozent der Einnahmen spendet der Neusiedler Alleskönner an die Burgenländische Krebshilfe.

Trotz des Erfolgs und seiner mittlerweile großen Leserschaft sieht sich Rudi Treiber übrigens nach wie vor nicht als Schriftsteller: „Es gibt zu viele geniale Menschen, die diesen Begriff verdienen. Ich bezeichne mich als Schreiber. Treiber der Schreiber, das reicht mir schon“, schmunzelt das Urgestein.