Einspruch gegen Denkmalschutz für Hallenbad. Gemeinderat bringt Beschwerde gegen Bescheid des Bundesdenkmalamtes beim Bundesverwaltungsgericht ein.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 10. Juli 2019 (04:42)
Birgit Böhm-Ritter
Die Stadtgemeinde will aus Kostengründen einen Denkmalschutz für das Hallenbad abwenden. Für die längst fällige Sanierung des Bades heißt es weiterhin warten.

Im Neusiedler Hallenbad herrscht derzeit Hochsaison. Während andere Hallenbäder in den Sommerferien schließen, gehören im Neusiedler Hallenbad die Monate Juli und August traditionell zu den am stärksten frequentierten. Die große Liegewiese, gelegen inmitten des Schilfgürtels, und das Freibecken mit seinen beiden Rutschen und dem Strömungskanal ziehen Bevölkerung und Urlauber gleichermaßen an.

Wie das Bad in Zukunft erhalten und finanziert werden soll, bleibt unterdessen immer noch ungeklärt. Allerdings ist die lange Geschichte um den Erhalt des Bades um ein Kapitel reicher. Der – langersehnte – Bescheid des Bundesdenkmalamtes ist nämlich in der Stadtgemeinde eingegangen.

Immer wieder wurde von den verantwortlichen Stadtpolitikern beteuert, dass ohne BDA-Bescheid die notwendigen Sanierungs- und Finanzierungspläne nicht vollständig erstellt werden könnten. Diese Planung könnte sich - obwohl der Bescheid nun vorliegt - aber weiterhin verzögern: Der Gemeinderat hat in seiner vergangenen Sitzung nämlich einstimmig beschlossen, gegen das Gutachten Einspruch zu erheben.

Auch einer Teil-Unterschutzstellung, wie es das Gutachten fordert, wollen die politischen Fraktionen nicht zustimmen. Deshalb hat sich der Gemeinderat dazu entschlossen, eine Beschwerde gegen den Bescheid des BDA an das Bundesverwaltungsgericht zu richten.

Kosten für Sanierung würden extrem steigen

Einerseits wird in der Beschwerde die Qualität des Gutachtens kritisiert, andererseits stellt der Gemeinderat infrage, ob der Architekturstil des Brutalismus, dem das BDA das Hallenbad zuordnet, als schützenswerter Stil allgemein anerkannt ist. Der Bescheid „enthält subjektive Empfindungen der Gutachterin“ und das „Gutachten selbst scheint aus einem Werbeprospekt zu entspringen als einem schlüssigen und nachvollziehbaren Fachgutachten“, heißt es in der Beschwerde des Gemeinderats.

Mit der Beschwerde gegen das BDA-Gutachten zielt die Gemeinde in erster Linie darauf ab, dass das Hallenbad nicht unter Denkmalschutz gestellt wird. Die Kosten für eine notwendige Sanierung des Hallenbades würden unter den Auflagen des Bundesdenkmalschutzes enorm steigen, begründeten sowohl Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) sowie auch Vize-Bürgermeister Thomas Halbritter (ÖVP) wiederholt ihre Ablehnung.