Neusiedl am See

Erstellt am 20. Juni 2018, 10:18

von Birgit Böhm-Ritter

Projekt Seehotel: Verhandlungen um neuen Standort. Ortschefin Böhm führt Gespräche mit Projektentwicklern „Am Hafen“ und Eigentümern des ehemaligen Seerestaurants.

Außer Betrieb. An der Stelle des alten Seerestaurants (im Bild) könnte ein Hotel entstehen. Verhandlungen zwischen Stadtgemeinde und Projektentwicklern laufen.  |  Birgit Böhm-Ritter

Was schon seit Monaten in der Stadt gemunkelt wird, könnte Realität werden: In der Stadtgemeinde wird jedenfalls darüber verhandelt, dass das seit Jahren geplante Seehotel „Am Hafen“ nicht am Grundstück der ehemaligen Minigolfanlage errichtet wird, sondern am Standort des alten geschlossenen Seerestaurants „Da Marco“. Damit würde es zu einer Fusion zweier Projekte kommen.

„Ich bin mit den Eigentümern in Gesprächen, dass das bestehende alte, desolate Seehotel abgerissen und an gleicher Stelle ein modernes Hotel mit einem großen Saal errichtet wird“, schreibt Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) in einer Presseaussendung.

Die Neusiedl am See Projektentwicklung GmbH mit Geschäftsführer Wolfgang Gollner bestätigt die Verhandlungen, will Details aber noch nicht nennen. Nur so viel: „Die Verhandlungen laufen sehr gut. Die Stimmung bei allen Beteiligten ist sehr positiv.“

Die einzelnen Verhandlungspunkte sollen bei einem runden Tisch besprochen werden, zu dem die Bürgermeisterin alle Parteien zur Mitsprache einlädt. „Dieses Projekt wird nur gelingen, wenn wir im Gemeinderat an einem Strang ziehen. Es wäre sowohl touristisch als auch für unsere Neusiedler eine Bereicherung. Die derzeitige Situation des alten Seehotels ist nicht tragbar“, betont Böhm.

Grüne skeptisch, ÖVP fordert Gesamtkonzept

Mit Vizebürgermeister Thomas Halbritter könnte Böhm einen ÖVP-Mann gefunden haben, der kräftig mit „am Strang“ zieht, hat er sich doch schon vor einem Jahr für eine ähnliche Lösung ausgesprochen. Er nennt allerdings eine Grundvoraussetzung: „Das neue Hotelprojekt wird wahrscheinlich doppelt so groß sein, deshalb ist es besonders wichtig, dass es in ein Gesamtkonzept eingebettet ist, welches Voraussetzung für alle weiteren Planungsschritte sein muss.“ Dabei sei es notwendig, dass ein transparenter Weg gefunden werde, in dem die Bürger eingebunden werden.

Ob auch die Grünen mit „am Strang“ ziehen werden, ist noch fraglich. „Wir haben keine Details, wir wissen noch gar nicht, wie „der Strang“ aussieht. Aus terminlichen Gründen konnten wir bei den vorangegangenen runden Tischen nicht dabei sein“, betont die Grünen-Gemeinderätin Alexandra Fischbach. Für die Verlagerung des Hotels in das Seebad sei sie aber nicht. „Ein neuer Restaurantbetrieb: ja, ein Hotel: nein.“ Dass die Stadt für die Bereicherung des Tourismus ein Hotel braucht, sei ihr bewusst, dafür müsse man aber einen anderen Standort finden. Das Gelände im Strandbad solle ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung bleiben.

FPÖ-Gemeinderat Herbert Denk betont, er sei dafür, dass im Seebad etwas gemacht werde, damit man mit den anderen Seegemeinden mithalten könne. Er fordert allerdings ein Konzept von den Projektentwicklern. Bis dato sei noch nichts „Greifbares“ da. Gegenüber der BVZ drückt er aber seine Befürchtung aus, dass ein Teil der bestehenden Parkplätze dem Hotelprojekt zum Opfer fallen könnte: „Das darf nicht sein, der Parkplatz ist ohnehin zu klein.“