Neusiedl am See

Erstellt am 19. Januar 2019, 05:59

von Birgit Böhm-Ritter

Schule sucht Baugrund. Der Verein Waldorf Pannonia arbeitet an einem Konzept für einen Neubau für die Waldorfschule. Container sind Übergangslösung.

Übergangslösung. Die Räume für 50 Schulkinder und 20 Kindergartenkinder sind in Containern untergebracht. Der Bau eines Schulgebäudes drängt. Der Betreiberverein sucht nach einem Grundstück.  |  Böhm-Ritter

Für Kinder im letzten Kindergartenjahr wird es langsam ernst. Es heißt, sich für eine Schule zu entscheiden. Der Monat Jänner steht in den drei Volksschulen der Stadt im Zeichen des Anmeldeprozesses. Neben der öffentlichen Schule am Tabor stehen zwei Privatschulen – die Kloster- und die Waldorfschule – zur Auswahl. Letztere präsentiert sich Interessierten am 16. Jänner um 15 Uhr im Rahmen eines Informationstages, an dem auch Termine für den Aufnahmetag am 30. Jänner vergeben werden.

Auch wenn das Wissen über die Waldorfpädagogik in der Öffentlichkeit noch in den Kinderschuhen stecke, steige das Interesse an innovativen Bildungskonzepten, erläutert Angela Michlits. Die Pamhagenerin ist Gründerin und Obfrau des Betreibervereines Waldorf Pannonia. „Das Wissen um die Wichtigkeit der Handwerklichkeit und Kreativität als Basis für die kognitiven Lernprozesse ist steigend. Das freut uns natürlich, denn da setzt die Waldorfpädagogik in ihrer Ganzheitlichkeit an.“

Derzeit sind es rund 50 Schüler, die von der ersten bis zur achten Schulstufe nach dem Waldorfkonzept unterrichtet werden. Die Klassenräume sind nach wie vor in Containern untergebracht. Diese sind zwar gut ausgestattet, aber als Übergangslösung gedacht. Der Verein sucht nun schon seit Längerem nach einem geeigneten Grundstück für einen Neubau.

Allgemeiner Schul-Campus als Idee

Michlits bekundet ein Grundinteresse, gemeinsam mit der Stadtgemeinde einen geeigneten Standort für einen allgemeinen Schul-Campus zu finden, der auch den Waldorf-Kindergarten inkludieren und die Stadtgemeinde in diesem Bereich entlasten könnte. Allerdings drängt die Zeit, gesteht Michlits ein.

Der Verein habe eine Notwendigkeit, so schnell wie möglich den Neubau zu beginnen, da die Container-Lösung nur als Überbrückung zu sehen sei. „Wir sind zur Zeit in einer intensiven Planungsphase der Konzeptumsetzung, die sich von der Standortfrage über Sponsoren bis zum Neubau spannt“, lässt die Obfrau wissen.

Mit einem künftigen Neubau könnte auch die Vision, eine Oberstufe zu etablieren, der Umsetzung einen Schritt näher kommen. „Zu einer Waldorfschule gehört eine Oberstufe, wenn man sie wirklich bis zum Ende denken und leben möchte. Zur sofortigen Umsetzung fehlen momentan noch die personellen und monetären Kapazitäten“, berichtet Michlits.

Gesucht wird derzeit nicht nur nach einem Grundstück und nach Sponsoren, sondern auch nach einer Pädagogin oder einem Pädagogen mit Ausbildung in der Waldorfpädagogik. Diese Lehrerpersönlichkeit soll die erste Klasse im kommenden Schuljahr übernehmen.