Bürgerforum: „Tennishalle darf nicht abwandern“. Im Rahmen des Neusiedler Bürgerforums lud die ÖVP zur Diskussion sowie zum Gedanken- und Ideenaustausch.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 13. April 2019 (04:41)
BVZ
Informationsaustausch. Nur wenige Interessierte hatten das Glück, einen Sitzplatz zu ergattern. Diskutiert wurde rege.

Unter dem Motto „Tennishalle – Spiel, Satz und Sieg? Wie kann es weitergehen“ lud das Neusiedler Bürgerforum, eine Veranstaltung der ÖVP, zur Diskussion in das Gasthaus „Zur Lok“.

Der Veranstaltungsort war schlecht gewählt: Das Extrazimmer platzte aus allen Nähten, Sitzplätze gab es gerade einmal für die Hälfte der Interessierten. Mit diesem großen Ansturm rechneten weder die Veranstalter um Vizebürgermeister Thomas Halbritter und Gemeinderat Thomas Heinrich noch der Vereinsobmann des UTC Torsten Aumüller. Geschätzte 70 bis 80 Tennisbegeisterte besuchten die Diskussionsveranstaltung. „Ich habe mit der Hälfte gerechnet, aber dass so viele Leute gekommen sind, zeigt, welch große Bedeutung das Thema in der Stadt und darüber hinaus hat“, zeigte sich Aumüller überrascht.

Für den Tennissport im Bezirk ist die derzeitige Situation jedenfalls prekär. Durch die Schließung und dem bevorstehenden Verkauf der Neusiedler Tennishalle (die BVZ berichtete laufend) stehen den Tennisspielern im bevölkerungsstärksten burgenländischen Bezirk im Winter gerade einmal drei Tennisplätze in der Podersdorfer Halle zur Verfügung. „Zwei Plätze gibt es noch im Feriendorf Vila Vita in Pamhagen. Die stehen aber nur zur Verfügung, wenn sie nicht von den Gästen des Feriendorfs reserviert sind“, erklärt Obmann Aumüller.

Dass sich die Situation nicht nur für einheimische Sportler, sondern auch für den Tourismus extrem ungünstig auswirkt, bringt Heidi Berger, Leiterin der Jugendherberge, im Rahmen der Diskussion auf den Punkt. Die Ansprüche der Gäste würden immer mehr ansteigen, selbst für die Schülerwochen reiche das Angebot in der Stadt nicht mehr aus: „In den vergangenen zehn Jahren sind unsere Schülergäste sukzessive weniger geworden. Von 10.000 auf heuer etwa 6.000“, erzählt Berger. Stammgäste würden unter anderem mit der Begründung ausbleiben, es gäbe keine Tennishalle und auch das Hallenbad sei unsicher.

Tenor: „OSG soll sich einbringen“

Für die Tennisspieler ist klar: Es muss auch in Zukunft die Möglichkeit geben, in Neusiedl am See im Winter und bei Schlechtwetter unter Dach Tennis spielen zu können. In der Diskussion wurde die Befürchtung laut, dass andernfalls auch diese Infrastruktur nach Parndorf „abwandern“ könnte. „Das wäre ein Wahnsinn, wenn die Neusiedler als größter burgenländischer Verein in die Nachbargemeinde fahren müssten“, kommentierte Thomas Halbritter diese Befürchtung.

Das tennisaffine Publikum appellierte jedenfalls an die politischen Vertreter, mit der Umwidmung des Tennishallen-Grundstückes sorgsam umzugehen, weil das die einzige Handhabe der Gemeinde sei. Wie berichtet möchte die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) ihren Optionsvertrag mit den Eigentümern nur einlösen, wenn die Gemeinde das Grundstück in Bauland Wohnen umwidmet. Derzeit ist es für touristische Zwecke gewidmet.

Der Wunsch der Tennisspieler wäre es, eine Lösung mit der OSG zu finden, in der Reihenhäuser und Tennishalle Platz finden. Auch ein Neubau nach dem Vorbild in Eisenstadt wurde in der Diskussion „angerissen“. Dort wurde die Halle mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde und des Landes vom Tennisverein gebaut.