Zu wenig Wasser im Bruckneudorfer Naturschutzgebiet. Weil das Schilf wuchert, gehen die Plätze für Wasservögel verloren. Für eine Sanierung drängt die Zeit.

Von Otto Havelka. Erstellt am 13. Februar 2020 (05:24)
Mit dem ferngesteuerten „Grizzly“ wurde vor drei Jahren bei Minusgraden das Schilf im Naturschutzgebiet geschnitten. Der milde Winter machte den dringend notwendigen Schilfschnitt heuer bislang unmöglich.  Foto: Schütz
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Dem Obmann des „Vereins zur Pflege des Naturschutzgebietes Batthyanyfeld Leithaauen“ Bernhard Schütz wächst das Schilf über den Kopf. Vor allem die ersten beiden der insgesamt vier Wasserbecken bereiten Schütz Sorgen. „Das erste Becken ist komplett zugewachsen, im zweiten Becken gibt es nur noch etwa zehn bis fünfzehn Prozent freie Wasserfläche“, berichtet er.

Obmann Bernhard Schütz: „Zu viel Schilf im Naturschutzgebiet.“
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Üblicherweise wird das Schilf in den Wintermonaten geschnitten, wenn die Wasseroberfläche gefroren ist. Doch der milde Winter bescherte den Schilfschneidern bislang keine tragfähige Eisfläche.

Und nun drängt die Zeit: Bis Ende Februar sollte das Schilf geschnitten sein. Denn im März werden die Becken wieder mit Wasser befüllt, wodurch das geschnittene Schilf um 30 bis 40 Zentimeter überdeckt würde.

Die dann entstandenen freien Wasserflächen sind speziell für die Wat- und Wasservögel wichtig, die sich im Frühjahr hier ansiedeln und nisten.

Grundsätzlich wäre ein Schilfschnitt mit speziellen Mähmaschinen „auch im Flachwasser möglich“, erklärt Obmann Schütz. Allerdings ist diese Variante deutlich teurer.
„Der Verein hat derzeit 4.000 Euro. Das reicht nicht einmal für den Schilfschnitt“, klagt Schütz. Und mit dem Schneiden allein ist das Problem noch nicht gelöst.

Denn danach müssen laut Schütz „achtzig bis hundert Tonnen Schilfschnitt“ verarbeitet werden. Findet sich niemand, der das Material häckselt und für Heizzwecke verwendet, könne das Schilf nur kompostiert werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 33 bis 35 Euro pro Tonne – macht in Summe nochmals gut 3.000 Euro.

Nun hofft man auf Unterstützung durch die Naturschutzabteilung des Landes, zumal es sich um ein offizielles Naturschutzgebiet handelt.