Ortspartei Tadten verlässt die FPÖ. Die ehemalige Gemeinderätin Silvia Burian geht mit den Freiheitlichen hart ins Gericht. Mit ihr verlassen alle Mitglieder der Ortsorganisation die FPÖ.

Von Birgit Böhm-Ritter. Update am 14. Januar 2020 (11:55)
Ehemalige Gemeinderätin Silvia Burian
Privat

Silvia Burian verlässt die FPÖ und legt all ihre Funktionen zurück. Das meldete die ehemalige FPÖ-Gemeinderätin aus Tadten Montagabend. Ihren Austritt begründete sie vor allem mit Problemen mit der Bezirksorganisation: Sie kritisierte „Freunderlwirtschaft der ärgsten Sorte“ und sprach davon dass, „Frauen immer wieder – sobald diese geradlinig und eigenständig Wege gehen – schnell mal als hysterisch abqualifiziert“ werden, „oder man versucht diese mit chauvinistischen Untergriffen kalt zu stellen“. Außerdem sei sie basierend auf falschen Behauptungen und unwahren Anschuldigungen aus der Partei ausgeschlossen worden bis der Ausschluss wieder zurückgenommen werden musste.

"Eine Ansammlung von Vorkommnissen"

Darüber hinaus merkte Burian an, dass die FPÖ Burgenland zunehmend den Kontakt mit den Menschen scheue und es ihrer Wahrnehmung nach gar nicht um die Empfindungen und Bedürfnisse der Bürger gehe. Laut Burian verlassen alle Mitglieder des Ortes die Partei.

Ursache für ihren Entschluss sei nicht ein Anlass gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hätte, sondern "eine Ansammlung von Vorkommnissen, die mit meinem Selbstverständnis von Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und korrektem Umgang untereinander nicht kompatibel sind", so Burian.

Kein Bedauern bei FPÖ 

„Austritte sind meistens bedauerlich, in diesem Fall nicht. Es handelt sich hier um ein Grüppchen mit einer Dame, die bei der letzten Wahl mit lächerlichen 35 Stimmen hochkant aus dem Gemeinderat und übrigens auch schon einmal aus der Partei geflogen ist und die jetzt den Frust über ihre eigene Erfolglosigkeit kurz vor der Landtagswahl an der FPÖ auslässt“, konterte Konstantin Langhans, Landesobmann der Freiheitlichen Jugend.

Am Rande einer Pressekonferenz nahm FPÖ Landesparteiobmann Landeshauptmann-Stellvertreter Hans Tschürtz Dienstagvormittag Stellung: „Normalerweise tut einem ein Austritt leid. In diesem Fall glaube ich, dass der Austritt der FPÖ gut tut und nicht schadet.“ Burian sei immer wieder mit Streit und Schimpftiraden gegen Parteimitglieder aufgefallen. Für ihn sei der Austritt ein „Nullthema“. Burian sei bis jetzt kaum in Erscheinung getreten und wolle sich nun kurz vor der Landtagswahl profilieren.

In der FPÖ-Bezirksorganisation kam es bereits im August 2018 zu öffentlichkeitswirksamen Austritten, als die Neusiedler Gemeinderätin Maria Nakovits mit mehreren Mitgliedern die Partei verließ. Sie begründete ihren Parteiaustritt damals mit „dem Mangel an Sachkompetenz, strategischem Denkvermögen und Gestaltungskraft" der Landesspitze. Heute sitzt sie als parteifreie Mandatarin im Neusiedler Gemeinderat.