Pamhagen

Erstellt am 20. Juni 2018, 06:06

von Bettina Deutsch

Fischzucht mit 15.000 Zandern. Unternehmer Johann Müllner ist ins Fischgeschäft eingestiegen und errichtet die größte Zandermastanlage Österreichs.

Moderner Kreislauf. In den kommenden Wochen werden in Pamhagen ebensolche Wasserbecken errichtet. Das Foto zeigt die Warmwasserkreislaufanlage eines Betriebspartners.  |  Hesy

Während die Weltmeere im Plastikmüll zu ersticken drohen, die Nachfrage nach Fisch jedoch kontinuierlich steigt, greifen weltweit immer mehr Unternehmen zu innovativen Maßnahmen. So auch in der Gemeinde Pamhagen. Dort wird derzeit die modernste und größte Warmwasserkreislaufanlage Österreichs zur biologischen Zandermast errichtet.

„Die Zandermast beziehungsweise -zucht ist die „Formel 1“ in der Fischzucht“, erzählt Unternehmer Johann Müllner.

Von der Schlosserei in den Fischhandel

Obwohl das Vorhaben des Pamhageners kein einfaches ist, hat sich der gelernte Mechaniker nach über 40 Jahren im Berufsleben dazu entschieden, sich dieser neuen Herausforderung zu stellen.

„Ich habe eine Schlosserei in Wien geführt und immer mehr die Sehnsucht nach der Heimat verspürt. Dass 94 Prozent des österreichischen Fischbedarfs importiert werden, obwohl die Nachfrage so groß ist, hat mir zu denken gegeben und war Anstoß für ein neues Kapitel in meinem Leben“, berichtet er. Im April erfolgte der Spatenstich für das hochkomplexe Unterfangen, noch im kommenden Herbst soll der Startschuss zur heimischen Zandermast fallen.

Mit 15.000 Erstfischen aus Deutschland in zwölf, je 27 Kubikmeter großen, Wasserbecken wird in Pamhagen Fischgeschichte geschrieben. Pro Quartal werden vorerst bis zu 8000 Fische nachbesetzt, mit der Errichtung einer Zanderzuchtanlage denkt Familie Müllner schon einen Schritt weiter Richtung Zukunft.

Enorme Nachfrage nach frischem Fisch

„Anlagen dieser Art werden in Holland bereits seit 20 Jahren errichtet, der Fischmarkt ist nahezu leer gefegt, deshalb ist auch dringend Handlungsbedarf gefragt. Auch wir haben bereits erste Anfragen, obwohl wir noch gar nicht in Betrieb sind“, erzählt Johann Müllner stolz. Wenn es jedoch soweit ist, wird je nach Bestellung frisch und vor allem vor Ort geschlachtet, die Ware auf Eis gelegt und binnen kürzester Zeit ausgeliefert.

„Bei uns wird kein Fisch eingefroren, mittels ausgetüftelter Logistik die Kühlkette jedoch nicht unterbrochen, sodass jeder Kunde frischen, regionalen Fisch erhält“, so Müllner im Gespräch mit der BVZ.

Geplant ist, die heimischen Gastronomiebetriebe ganzjährig mit heimischen Zander zu versorgen.