Windräder: Ende der roten Blinklichter in Sicht?. Die Gemeinde Parndorf ist mit ihrem Wunsch, auf das Dauerblinken zu verzichten, abgeblitzt. Das könnte sich bald ändern.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 22. Juli 2021 (04:02)
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Symbolbild
NOEN, BilderBox.com

Im Vergleich zu anderen Regionen Österreichs ist die Akzeptanz von Windrädern hierzulande recht hoch. Was aber immer wieder kritisiert wird, ist das nächtliche Dauerblinken der Leuchtfeuer an den Windenergieanlagen. Dabei müsste das gar nicht sein.

Es gibt neue Technologien, die eine sogenannte „bedarfsorientierte Befeuerung“ ermöglichen. Diese aktivieren die roten Blinklichter nur dann, wenn sich tatsächlich ein Flugzeug den Anlagen nähert. Die Gemeinde Parndorf hat im Rahmen des neuesten Repowering Projektes, im Zuge dessen alte Windräder durch moderne Anlagen im Windpark Parndorf ersetzt werden, angeregt, auf die ständigen Blinklichter zu verzichten und stattdessen die neue Technologie einzusetzen. „Wir haben schon öfters in Stellungnahmen darauf hingewiesen, scheiterten aber immer wieder an einem uralten Gesetz“, ärgert sich Bürgermeister Wolfgang Kovacs.

Das Problem kennt auch die Interessensgemeinschaft IG Windkraft. Es müsse auf Bundesebene erst eine gesetzliche Regelung geschaffen werden, man sei aber bereits im Gespräch mit dem Bundesministerium, erklärt Pressesprecher Martin Jaksch-Fliegenschnee: „Wir arbeiten intensiv daran und hoffen auf die Umsetzung des Gesetzes bis zum Jahreswechsel.“ Drei verschiedene technische Lösungen für die „bedarfsorientierte Befeuerung“ gibt es. „Eine arbeitet mit Transponder, die österreichische Kleinflugzeuge ohnehin verpflichtend mitführen müssen. Die Voraussetzungen in Österreich wären dafür also gut. Die anderen Technologien arbeiten mit Radarsystemen.“

Es habe bereits Versuche mit den Technologien in zwei österreichischen Windparks gegeben, 95 Prozent der Zeit blieben die Lichter ausgeschaltet. „Ein Mehrwert für die Bevölkerung, deshalb sind wir auch intensiv dabei, die gesetzliche Regelung dafür auf Schiene zu bringen.“

In Deutschland ist die „bedarfsgerechte Befeuerung“ seit diesem Jahr bereits gesetzlich verankert. In Österreich gilt bis dato noch eine andere Gesetzeslage: Für Windkraftanlagen über 100 Meter ist in der Nacht eine Dauerbeleuchtung vorgeschrieben, als gebräuchliche Tageskennzeichnung gelten die rot-weiß-roten Streifen auf den Flügeln. Beleuchtung und Kennzeichnung sind notwendig, damit die tiefer fliegenden Kleinflugzeuge und Hubschrauber die Windräder rechtzeitig erkennen.