Neusiedl am See

Erstellt am 16. Januar 2019, 08:32

von Paul Haider und Saskia Jahn

Sicherheitspartner im ganzen Bezirk Neusiedl. Seit November sind die Sicherheitspartner in allen Gemeinden des Bezirks unterwegs. Vielerorts wird das Projekt positiv gesehen, es häufen sich aber auch kritische Stimmen.

Hilfestellung. Unter0664 882 70 776 sind die Sicherheitspartner für den Bezirk Neusiedl am See zu erreichen.  |  zVg/Büro Tschürtz

Am 1. November 2018 ist das Einsatzgebiet der sechs Sicherheitspartner im Bezirk Neusiedl am See schlagartig gewachsen. Denn seither sind sie nicht mehr nur für die drei „Pilotgemeinden“ Kittsee, Pama und Deutsch Jahrndorf zuständig - sie patrouillieren jetzt im gesamten Bezirksgebiet. Das Pilotprojekt, das im Jahr 2016 gestartet wurde, wurde in den Bezirken Neusiedl am See, Mattersburg und Oberwart um ein weiteres Jahr verlängert.

6 Sicherheitspartner für 27 Gemeinden

Obwohl das Einsatzgebiet der Sicherheitspartner im Neusiedler Bezirk jetzt über Nacht um 24 Gemeinden gewachsen ist, werden keine neuen Mitarbeiter eingestellt. Sowohl das Büro von Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ) als auch die Landessicherheitszentrale bestätigten auf Nachfrage der BVZ, dass wie bisher sechs Sicherheitspartner im Bezirk Neusiedl unterwegs sein werden.

Christian Spuller, Geschäftsführer der Landessicherheitszentrale und Koordinator des Projektes Sicherheitspartner, erklärte der BVZ, wie die neue Diensteinteilung funktioniert: „Die Sicherheitspartner sind alternierend in allen Gemeinden des Bezirks unterwegs. Pro Tag sind sie immer in drei Gemeinden präsent, es sei denn, es wird ein Schwerpunkt in Zusammenarbeit mit der Polizei gesetzt. Vor Kurzem waren die Sicherheitspartner eine Woche lang nur in Kittsee unterwegs, weil es einen polizeilichen Bedarf gegeben hat.“

Die Sicherheitspartner unterstützen aber nicht nur die Exekutive, ihre Aufgaben sind vielfältig: Sie absolvieren Kontrollfahrten im Gemeindegebiet, leisten Hilfe in Notfällen, halten auf Wunsch Nachschau bei älteren Personen und machen Kontrollrundgänge bei gemeindeeigenen Objekten und Gebäuden.

Neben diesen Dienstleistungen, die vor allem der Steigerung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung dienen sollen, bieten die Sicherheitspartner auch ein Einkaufs- und Apothekenservice für Personen an, die in der Mobilität eingeschränkt sind. „Dieses Angebot wird auch in Anspruch genommen, aber in nicht sehr großem Ausmaß“, sagt Koordinator Christian Spuller.

Neudorf, eine Gemeinde, die seit 2016 keinen Nahversorger mehr im Ort hat, will von diesem Serviceangebot jedenfalls Gebrauch machen. Bürgermeister Karel Lentsch (SPÖ) hat die Bevölkerung bereits darüber informiert, berichtet aber gegenüber der BVZ: „Ich glaube, dass den Fahrtendienst noch niemand in Anspruch genommen hat. Das Projekt finde ich aber sehr positiv. Alleine die Präsenz der Sicherheitspartner erhöht schon das Sicherheitsgefühl.“

In anderen Gemeinden werden indes auch kritische Stimmen zum Projekt Sicherheitspartner laut. Die BVZ fragte bei dem Bürgermeister der Pilot-Gemeinde Deutsch Jahrndorf, Gerhard Bachmann (SPÖ) nach: „Bevor das Projekt ausgeweitet wurde, waren die Sicherheitspartner in unserer Gemeinde sehr wohl präsent. Seit dem 1. November ist es weniger geworden. Die letzten zwei Wochen habe ich diese zweimal zu Gesicht bekommen. Aber das ist ganz logisch, denn diese sechs Personen sind nun für den ganzen Bezirk zuständig, die fahren also von Pamhagen bis Bruckneudorf jede Gemeinde ab.“

Potzneusiedls Ortschef Franz Werdenich (ÖVP) wartet noch darauf, dass ein Sicherheitspartner in seiner Gemeinde vorstellig wird: „Seit Ende November sind die Sicherheitspartner in Potzneusiedl unterwegs, jedoch wurde mir gesagt, einer der Besagten kommt zu mir ins Gemeindeamt, stellt sich vor und bespricht mit mir die wichtigsten Eckpunkte. Das war bis jetzt noch nicht der Fall, daher kann ich noch nicht viel dazu sagen. Der Fahrtendienst wurde in der im Oktober ausgeschriebenen Meldung von Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz beschrieben, ob wir diesen aber in Anspruch nehmen werden, weiß ich noch nicht, da mir die genauen Infos einfach noch fehlen.“