Nach 30 Jahren wieder Wein aus dem Pfarrgarten. Die Pfarre Podersdorf am See darf sich nach über drei Jahrzenten Absenz über die Revitalisierung eines Pfarrweingartens freuen.

Von Bettina Deutsch. Erstellt am 17. März 2019 (07:12)
BVZ
Eifrig. Die Initiatoren Wolfgang Weisz, Manfred Zwinger und Johann Weiss haben sich mit den Firmlingen tatkräftige Unterstützung ins Boot geholt.

Rund 30 Jahre hat in der Weinbaugemeinde kein Pfarrweingarten existiert, vor rund vier Wochen wurde ein Projekt zur Revitalisierung eines solchen ins Leben gerufen.

„Im vergangenen Jahr stand die Erstkommunion unter dem Motto ‚Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben‘, nach dem Evangelium nach Johannes. Im Rahmen dessen kam uns die Idee, eine langgelebte Tradition wieder ins Dorf zu holen. Nun, rund ein Jahr später ist es endlich soweit“, erzählt Ratsvikar und Initiator Wolfgang Weisz.

Ebenfalls von der Idee begeistert zeigten sich Weinbauexperte Johann Weiss und Pfarrgemeinderatsmitglied Manfred Zwinger, gemeinsam haben sie sich in den vergangenen Monaten eingehend der Thematik und ihrer Realisierung gewidmet.

Fruchtbarer Boden für ertragreiche Jahre

Der Weinbau in Podersdorf am See hat eine lange Bedeutung. Schon in der Römerzeit wurde in der Region Wein hergestellt, Zisterzienser-Mönche sorgten im Mittelalter für die Wiederbelebung dieses Anbaus. Auch sie waren es, die vor rund 800 Jahren die Burgundersorten Chardonnay und Weissburgunder in die Gemeinde am Neusiedler See brachten. Ebendiese Sorten sollen auch im neu errichteten Pfarrweingarten am Mühlsatz zur Reife gelangen.

Das Grundstück ist im Eigentum der Pfarre, es ist zudem ortsnah und verfügt über gute Bodenverhältnisse“, berichtet Wolfgang Weisz bereits vorweg. Um die Tradition der Zisterzienser wieder auferstehen zu lassen, haben sich die drei Organisatoren Unterstützung aus der Pfarrgemeinschaft geholt. Mit den Podersdorfer Firmlingen wurde der Auftakt für das Projekt Pfarrweingarten gemacht, im Rahmen des Firmunterrichts die Grundlagen des Weinbaus nähergebracht.

Nach der Veredelung dürfen die Wurzeln nun austreiben. Nach den „Eisheiligen“ im Mai werden sie in die Erde gesetzt, im Frühling des nächsten Jahres im Weingarten ausgesetzt. „Das Projekt ist als gemeinschaftsfördernde ‚Katholische Aktion 2.0‘ der Pfarre Podersdorf zu verstehen, mitmachen dürfen alle. In Form einer Patenschaft im Rahmen einer Spende von 100 Euro können sich Interessierte an der Umsetzung beteiligen und die Entwicklung Schritt für Schritt mitverfolgen“, so der Initiator.

Der neue Pfarrwein soll den Messwein jedoch nicht verdrängen, sondern als eigenständiges Produkt auf sich aufmerksam machen. Bis es soweit ist, gibt es jedoch noch einiges zu tun.