OSG investiert 70 Millionen im Bezirk Neusiedl. Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) investiert seit 1972 in den sozialen Wohnraum im Bezirk Neusiedl am See. In einer gemeinsamen Pressekonferenz in der Bezirkshauptstadt berichteten OSG-Obmann Alfred Kollar, SP-Landesrätin Daniela Winkler und die SPÖ-Bezirksvorsitzenden Maximilian Köllner und Kilian Brandstätter über die aktuelle Situation bei der Schaffung leistbaren Wohnraums im Bezirk.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 10. Juli 2019 (07:43)
Birgit Böhm-Ritter
OSG-Obmann Alfred Kollar, SPÖ-Bezirksvorsitzender Maximilian Köllner, Neusiedls Bürgermeisterin Elisabeth Böhm, Familien-Landesrätin Daniela Winkler und SPÖ-Bezirksvorsitzender Kilian Brandstätter

In 24 von 27 Gemeinden des Neusiedler Bezirks gibt es Wohnungen der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG). Rund 3000 sind es an der Zahl. Damit ist die OSG in der Region so präsent wie nirgends anderswo. Zum Vergleich: "Der Bezirk Neusiedl am See verfügt über mehr OSG-Wohnungen, als dies in den Bezirken Oberpullendorf, Oberwart, Güssing und Jennersdorf im Gesamten der Fall ist", berichtete OSG-Obmann Alfred Kollar vor Medienvertretern.

Die OSG ist also ein dominanter Träger des sozialen Wohnbaus im Bezirk. Und das soll auch so bleiben: Derzeit investiert die OSG 70 Millionen Euro in laufende Bauprojekte. "Und da sind künftige Großprojekte wie die Volksschule in Bruckneudorf, das Altenwohn- und Pflegeheim in Zurndorf und Wohnprojekte in Frauenkirchen noch gar nicht eingerechnet", betonte Kollar. 

Besonders stolz sei er auf ein Projekt, welches aus einer Kooperation mit Landtagsabgeordneten Kilian Brandstätter (SPÖ) entstanden sei. Die sogenannten Starterwohnungen für Jugendliche. "Mittlerweile haben wir im Bezirk 114 dieser Wohneinheiten umgesetzt, in Neudorf, Gols und St. Andrä sind bereits insgesamt 32 weitere in der Umsetzungsphase", so Kollar.

Starterwohnungen: "Raus aus dem Hotel Mama"

Brandstätter wies darauf hin, dass es jungen Leuten durch die Starterwohnungen erleichtert werde, aus dem "Hotel Mama" auszuziehen. Für Starterwohnungen sei kein Finanzierungsbeitrag zu leisten, sondern nur eine Kaution zu hinterlegen. Er betonte darüber hinaus, dass bei den steigenden Grundstückspreisen die burgenländische Wohnbauförderung eine wichtige soziale Stütze geworden sei. Diese wurde nun durch neue Förderrichtlinien bei Baulückenschließungen, Abrissen und bei der Ortskernentwicklung attraktiviert. 

Dass man sich im Burgenland im Bereich Wohnen noch im gelobten Land befindet, skizzierte Familien-Landesrätin Daniela Winkler: "Das Thema Wohnen ist aus Sicht der Familien ein wichtiges und daher ist es äußerst positiv, dass sich das Burgenland wirtschaftlich und infrastrukturell enorm entwickelt hat. Zum Vergleich möchte ich mitteilen, dass im Burgenland die durchschnittlichen Mietpreise inklusive Betriebskosten bei 5,90 Euro pro Quadratmeter liegen, während man in Salzburg bereits mit 9,20 Euro 9,20 pro Quadratmeter rechnen muss."

Faire Mietpreisgestaltung gefordert

Österreichweit seien die Mieten seit 1988 um 80 Prozent gestiegen, die Einkommen würden dagegen stagnieren, bekräftigte SPÖ-Vorsitzender Maximilian Köllner. Um im Burgenland weiter "Vorreiter" im Bereich leistbares Wohnen zu bleiben, präsentierte er zwei Vorschläge, schließlich sei Wohnen ein Grundbedürfnis: "Erstens die Einführung eines fairen Systems der Mietpreisgestaltung mit klaren Obergrenzen und nachvollziehbaren Zu- und Abschlägen für alle Mietwohnungen - unabhängig vom Jahr der Errichtung. Das führt zu einer Senkung der Mieten um rund 15 Prozent und bringt Mieterinnen und Mietern eine Ersparnis von durchschnittlich 330 Euro jährlich. Zweitens - und das sind wir im Burgenland wieder einmal Vorreiter - Bekämpfung der Immobilienspekulation und Förderung des gemeinnützigen Wohnbaus, was auch verfassungsrechtlich abgesichert werden muss."