St. Andrä am Zicksee

Erstellt am 10. Mai 2018, 05:00

von Bettina Deutsch

Niedriger Wasserstand: Sorge um Zicksee. Der Wasserstand des Steppensees beträgt derzeit rund einen halben Meter. Die Aussichten für den Sommer sind schlecht.

Stetiger Rückgang. Das Seeufer wird zur trockenen Angelegenheit.  |  BVZ

Mit Argusaugen wird der Wasserstand des Steppensees, welcher derzeit einem halben Meter misst, beobachtet. Dass es schlecht um ihn steht, ist allgemein bekannt. Die Rettungsversuche sind bislang im Sand oder besser gesagt im Schlamm vor Ort verlaufen, die Situation scheint aussichtslos, wie Bürgermeister Andreas Sattler bestätigt.

„Das Wasserproblem des Zicksees ist kein plötzlich auftretendes, sondern seit Langem gegeben. Noch dazu ist es vermutlich hausgemacht“, sagt der Ortschef. So wurde in den 60er Jahren die Lehmschicht des Uferbereichs entfernt und mit durchlässigem Schotter ersetzt. Was damals sinnvoll erschien, wurde für den Tourismus zum Bumerang.

"Gegebenheiten sind ein tödlicher Mix für unseren See"Bürgermeister Andreas Sattler

Heiße Sommer, trockene Winter, geringe Niederschlagsmengen sowie der niedrige Grundwasserspiegel setzen dem Zicksee zu. Um den Wassermangel auszugleichen, wurden anfänglich rund zwei Millionen Kubikmeter aus alternativen Quellen pro Jahr zugefügt, doch das Frischwasser versickerte umgehend. 2008 wurde die Dotierungsmenge per Bescheid von der Burgenländischen Landesregierung auf 300.000 Kubikmeter jährlich reduziert. Auch steht der Zicksee unter Beobachtung des Naturschutzes. „Der Gemeinde sind die Hände gebunden. All diese Gegebenheiten sind ein tödlicher Mix für unseren See“, so Sattler weiters.

Um der Austrocknung entgegenzusteuern, haben sich Experten dem sensiblen Thema angenommen, eine fruchtbare Lösung scheint jedoch in weiter Ferne und der nächste Sommer steht schon vor der Tür. „Eine nachhaltige Lösung kann nur über einen regulierten Grundwasserhaushalt gelingen“, ist sich Ortschef Sattler sicher. Dass die Verdunstung im April bereits so stark ist wie in den Sommermonaten, trägt ebenso zur schlechten Lage bei, wie Experten anmerken.