Wasserweihe am Zicksee. Mit der tradtionellen orthodoxen „Großen Wasserweihe“ wurden der Ort und seine Bewohner feierlich gesegnet.

Von Bettina Deutsch. Erstellt am 01. Februar 2019 (05:17)

Am Ufer des Zicksees fand Samstagvormittag ein mittlerweile zur Tradition gewordenes Ritual statt. Im Beisein von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics, Metropolit Arsenios von Austria, Abt Paisios Jung sowie zahlreichen Gläubigen wurde die in der griechisch-orthodoxen Kirche verankerte Wasserweihe feierlich zelebriert.

Die orthodoxe Bruderschaft des Klosters Maria Schutz hat sich in der Seewinkelgemeinde eingelebt und mit ihr auch ihre altehrwürdigen Gepflogenheiten. Bereits zum vierten Mal zog es die Glaubensgemeinschaft nun zur „Großen Wasserweihe“ an den heimischen Steppensee.

Dieser Ritus, welcher ursprünglich am 6. Jänner, dem Fest der Theophanie (= „Erscheinung eines Gottes“), begangen wird, soll auf die Taufe Christi durch Johannes im Jordan und mit ihr die Segnung der gesamten Schöpfung zurückgehen. Mit dem dreimaligen Werfen des Holzkreuzes in das heimische Gewässer soll nicht nur das Wasser, sondern auch die Natur, der Ort sowie alle Anwesenden Gottes Segen erhalten und somit auch der Einsatz der Christen für die „Bewahrung der Schöpfung“ zum Ausdruck bringen.

Da der Zicksee aufgrund der vorherrschenden Minusgrade von einer feinen Eisschicht bedeckt war, wurde für die traditionelle Zeremonie eine Öffnung gemacht, unmittelbar vor der Segnung die bischöfliche Liturgie in der örtlichen Kapelle zelebriert.

Auch Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics begrüßt das religiöse Miteinander in St. Andrä am Zicksee und findet vor Ort klare Worte: „Nach einigen Höhen und Tiefen wurde in der Gemeinde ein wichtiger Grundstein im Sinne der Ökumene gelegt, mit der Errichtung des orthodoxen Klosters wird ein weiterer Schritt für die Zukunft der Glaubensgemeinschaften gesetzt.“

Nach der feierlichen Segnung wurde im Gasthaus Seeblick zur Agape geladen.

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2016 hat die Mönchsgemeinschaft unter Abt Paisios Jung ihren Standort in St. Andrä bezogen. Im Herbst 2019 soll der Startschuss für das erste griechisch-orthodoxe Kloster erfolgen. Auf einer Fläche von rund 4.000 Quadratmetern soll das Kloster im byzantinischen Stil errichtet werden.