Ein Zentrum für erneuerbare Energie in Parndorf . Das oberösterreichische Unternehmen EWS siedelt sich in Parndorf an. Der Spatenstich wurde nun gesetzt

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 09. Juni 2021 (15:21)
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BVZ, So soll das neue Kompetenzzentrum in Parndorf aussehen. „Mit dem im Bau befindlichen zusätzlichen Standort rücken wir näher an unsere langjährigen Stammkunden aus der Windenergie- und Photovoltaikbranche in Ostösterreich heran“, sagt Joachim Payr

In der Gemeinde entsteht ein Kompetenzzentrum für Windenergie und Photovoltaik. Das Unternehmen EWS Consulting baut Büroräumlichkeiten in Parndorf, wo sich künftig neben dem Mutterhaus in Munderfing in Oberösterreich ein weiterer Firmenstandort befinden wird.

Spatenstich bereits erfolgt

Am Mittwoch wurde mit dem Spatenstich der Startschuss für die Errichtung eines modernen Bürogebäudes gegeben. „Hohe Umwelt- und Innovationskriterien und eine gute Zuganbindung für bis zu 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unsere Ansprüche.

Standorteröffnung - Ein Zentrum für erneuerbare Energie in Parndorf
Im Bild: Vize-Bürgermeister Franz Huszar, Bürgermeister Wolfgang Kovacs, Landesrätin Daniela Winkler, Joachim Payr (EWS), Wolfgang Neuhofer (EWS), Martin Jaksch-Fliegenschnee (IG Windkraft) und Lukas Winkler (EWS)
Birgit Böhm-Ritter

Was für Wind- und (Agrar-)Photovoltaik-Projekte gilt, gilt auch für unser Kompetenzzentrum: mit modernster Technik und Bauweise und geringster Flächenversiegelung so naturverträglich wie möglich planen und umsetzen“, so das EWS Geschäftsführer-Duo Wolfgang Neuhofer und Lukas Winkler.

Seit mehr als 27 Jahren plant und baut EWS bereits Windparks für Kunden in Österreich, Europa und Übersee. Auch im Burgenland ist das Unternehmen schon seit Langem tätig. „Wir durften fast alle Windparkbetreiber im Burgenland und alle befassten Fachabteilungen der burgenländischen Landesregierung bei der Markteinführung der Windenergie und jetzt bei den ersten Repowering-Projekten bis zum heutigen Tag begleiten“, heißt es in einer Aussendung .

EWS setzt auf Agrar-Photovoltaik

Mit großen Erwartungen an das Burgenland geht das Unternehmen auch in die Zukunft. Dabei setzt EWS nicht nur auf Windkraftprojekte, sondern vor allem auch auf Photovoltaik. EWS beschäftigt sich mit der Planung und Umsetzung von (Agrar-)Photovoltaik-Anlagen mit Doppelnutzung am Acker und bietet Dienstleistungen zur Sonnenstromerzeugung von der Idee bis zum fertigen Projekt an.

2022 soll der Standort in Parndorf fertiggestellt sein. Auf 470 m² Nutzfläche entsteht im Industriezentrum Kälberweide ein Leitbetrieb für Klimaschutzprojekte, der mit gutem Beispiel vorangeht: Das Gebäude wird energieeffizient und in Niedrigst energiebauweise errichtet.

Die gesamte Energieversorgung für Wärme, Klimatisierung, Fuhrpark und den Bürobetrieb kommt zu hundert Prozent aus erneuerbarer Energie aus Wind und Sonne. Das Gebäude ist mit einer PV-Anlage ausgestattet, die unter anderem über 13 E-Ladepunkte samt Lastmanagement die grüne EWS-Flotte mit Treibstoff aus Sonne speist.

"Langfristig gut"

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) freut sich jedenfalls über den neuen Betrieb in der Gemeinde. EWS ist bereits das dritte Unternehmen, das sich im neu aufgeschlossenen Betriebsgebiet Kälberweide ansiedelt. Vor rund einem Jahr hat die Gemeinde dort aus einem Großgrundstück neun Parzellen aufgeschlossen. „Langfristig ist es gut, wenn auch kleinere und mittlere Betriebe nach Parndorf kommen. Diese runden das Bild neben den großen ab.“

Bereits vor eineinhalb Jahren wurde in der burgenländischen Klima- und Energiestrategie das Ziel festgelegt, bis 2030 einen Erneuerbaren-Anteil von 70 Prozent am Gesamtenergieverbrauch zu erreichen.

Vor Kurzem hat sich das Burgenland ein neues Ziel gesetzt. Bis 2030 soll das ganze Bundesland klimaneutral sein.

Mit dem Windkraftausbau konnte der Anteil erneuerbarer Energien in nur zehn Jahren von 25 Prozent auf rund 50 Prozent verdoppelt werden.