Photovoltaik: Parndorf in der Vorreiterrolle. In Parndorf sollen auf den Dächern aller Gebäude im Gemeindebesitz Solarkraftwerke installiert werden.

Von Paul Haider. Erstellt am 17. Januar 2020 (05:11)
Sonnenkraft. Umwelt-Gemeinderat Wolfgang Daniel (im Bild rechts, hier zu sehen bei der PV-Anlage am Dach des Bauhofes) treibt den Ausbau der Solarenergie in Parndorf voran. Künftig soll jährlich eine neue Photovoltaikanlage im Ort installiert werden.
Haider

Parndorf setzt auf Sonnenstrom: Nachdem im vergangenen Sommer eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 300 Quadratmetern am Dach des Bauhofes in Betrieb gegangen ist (die BVZ berichtete), sollen in den kommenden Jahren viele weitere Sonnenkraftwerke in Parndorf gebaut werden.

LIPA will „Regierungsprogramm vorgreifen!“

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag der Vorwoche hat die LIPA (Liste Parndorf) den Antrag gestellt, dass künftig jedes Jahr ein neues Photovoltaik-Projekt auf Dächern von gemeindeeigenen Gebäuden umgesetzt werden soll. Ältere Anlagen sollen bei Bedarf nachgerüstet werden. Der Antrag wurde von allen Parteien einstimmig angenommen.

Der zuständige Gemeinderat Wolfgang Daniel (LIPA) erläuterte gegenüber der BVZ die Hintergründe: „Wir als LIPA wollen dem Regierungsabkommen ‚PV bei Neubau verpflichtend‘, dem ‚Eine Million Dächer‘-Programm und dem EU- ‚Green Deal‘ nicht nur nachkommen, sondern vorgreifen! Wir wollen etwas gegen die drohende Erderwärmung unternehmen und von importiertem Billigstrom unabhängig werden.“

Heuer will Parndorf den nächsten Schritt in Richtung Energieautarkie tun: Bereits im Dezember wurde vom Gemeinderat die Errichtung einer neuen PV-Anlage am Dach des Feuerwehrhauses abgesegnet.

Stromspeicher: Gerüstet für den Blackout

Dieses Solarkraftwerk soll eine Leistung von 31 KWp erreichen und die Gemeinde wieder ein Stück unabhängiger von steigenden Energiekosten machen. Laut Wolfgang Daniel soll zusätzlich auch ein Stromspeicher für 42 Kilowattstunden angeschafft werden - einerseits, um Strombedarf in den Nachtstunden decken zu können, andererseits aber auch, um für ein mögliches Blackout-Szenario gerüstet zu sein.

Die Kosten der neuen PV-Anlage mit Stromspeicher am Feuerwehrdach sind mit 79.000 Euro veranschlagt (Fördergelder nicht miteingerechnet). Das Projekt soll im Laufe des Jahres 2020 umgesetzt werden.