Wallern

Erstellt am 13. Oktober 2018, 05:00

von Bettina Deutsch

Graffiti-Kunst: Der Bezirk Neusiedl wird bunt . Die Graffiti-Kunst zieht ins Land. Hannes Pitzer und Stefan Fenzal sorgen mit ihren kunterbunten Blickfängen für Aufsehen.

Riesige Leinwand. „The Transformers“ wurden erstmals im 3D-Stil umgesetzt. Das kunterbunte Spektakel mit dem Titel „Grafformers“ (eine Zusammensetzung von Graffiti und Transformers) sorgt seither für Gesprächsstoff im Ort.  |  zVg

Graffitis sind heutzutage leider oftmals negativ behaftet. Mit einer Graffitikunst der besonderen Art wollen zwei Künstler das Image der Sprayerszene in ein neues Licht rücken und mit ihren Werken den Bezirk bunter gestalten.

Vereinzelt sind sie schon in so manchen Ortschaften zu erblicken, die farbenfroh gestalteten und immer einer bestimmten Thematik gewidmeten Kreationen von Hannes Pitzer und Stefan Fenzal. Die Leidenschaft für Graffitis verbindet die zwei Freunde bereits seit mehr als einem Jahrzehnt. Was einst im kleinen Rahmen begann, soll stetig wachsen. Fangemeinde und Nachfrage bestätigen den Erfolg der Idee.

„Stefan hat sich auf Fotorealismus, also die detailgenaue Abbildung von Fotografien, spezialisiert. Mir hat es vor allem der Wildstyle, also die komplexe Gestaltung von Buchstaben, angetan. Ich habe hobbymäßig angefangen, mich von anderen Künstlern inspirieren lassen und meinen eigenen Stil entwickelt“, erzählt Hannes Pitzer. In Pitzers Heimatgemeinde Halbturn wurde das erste Kunstwerk seiner Art, die „Turtles Graffiti Wall“, geschaffen, in Frauenkirchen toben sich die beiden Freunde derzeit an einem weiteren Projekt aus und bringen mit einer Waldwand die Natur mitten ins Dorf.

Von den „Turtles“ zu den „Transformers“

Im Frühsommer trat Unternehmer Claus Michlits von der Sonnenwind Bio KG an die beiden Künstler heran, gemeinsam wurde an einer Idee für die insgesamt 20 Meter breite und sechs Meter hohe „Leinwand“ gefeilt. Nach den „Teenage Mutant Ninja Turtles“ entschied man sich diesmal für „The Transformers“.

Ideenreich. Hannes Pitzer und Stefan Fenzal bei der Arbeit. Spaß darf dabei nicht fehlen.  |  BVZ

Ein Projekt, das aufgrund seiner aufwendigen Umsetzung für beide Sprayer höchst herausfordernd war. Das Konzept war rasch erstellt, mittels genauester Berechnungen jeder Millimeter des zur Verfügung gestellten Gemäuers ausgefüllt. Rund eine Woche wurde für das bunte Kunstwerk in Wallern gesprüht, bis zu 80 Spraydosen dabei vollständig aufgebraucht. „Hier kamen sehr viele Farbtöne zum Einsatz und wir haben das Ganze erstmals im 3D-Stil umgesetzt“, berichtet Hannes Pitzer weiters. Dem Auftraggeber gefiel’s. So sehr, dass er gleich eine weitere Wand seiner Betriebshalle zum Austoben zur Verfügung stellte.

„Unter dem Titel „Colouring“ entstand binnen drei Tagen ein kleineres, aber sehr ähnliches Werk“, so Pitzer. Die bunten Malereien sind zwar öffentlich präsent, aufgrund ihres Standortes jedoch meistens noch eher Geheimtipps. Das soll sich in Zukunft ändern. Hannes Pitzer und Stefan Fenzal haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Bezirk farbenfroher zu gestalten und sind für neue Aufträge offen. An Ideen mangelt es den beiden nicht, für ihre Leidenschaft sind sie auch schon nach England gereist, um bei einem „Graffiti Street Art“-Festival teilzunehmen, nachfolgende Projekte sind geplant.

Graffiti steht als Sammelbegriff für thematisch und gestalterisch unterschiedliche, sichtbare Elemente, zum Beispiel Bilder, Schriftzüge oder Zeichen, die mit verschiedenen Techniken auf Oberflächen oder durch deren Veränderung im privaten und öffentlichen Raum erstellt wurden. Die Graffiti werden zumeist unter Pseudonymen gefertigt.