Neusiedl am See: Quo vadis Hallenbad?. Ende September könnte es eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts über einen Denkmalschutz geben.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 13. August 2020 (05:33)
Ist der Bau des Architekturstils Brutalismus schutzwürdig? Darüber wird das Gericht urteilen.
BBR

NEUSIEDL AM SEE Im Rahmen der Aktion „Frag die BVZ“ haben uns in den vergangenen Tagen vermehrt Anfragen zum Neusiedler Hallenbad erreicht.

Die Zukunft der momentan geschlossenen Sporteinrichtung in der Bezirkshauptstadt beschäftigt die Bevölkerung der Region und darüber hinaus.

Zur Erinnerung: Das 43 Jahre alte Hallenbad musste am 4. März wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. Zuvor wurde in der Stadtgemeinde über die Finanzierung einer Generalsanierung diskutiert, die von der Betreibergesellschaft Freizeitbetriebe GmbH auf rund sieben Millionen Euro geschätzt wurde - inklusive „einer Puffermillion“. Durch Vorgaben des Denkmalschutzes könnten sich die Kosten für die Sanierung nämlich erhöhen, hieß es damals im Rahmen einer Pressekonferenz. Und: Man müsse abwarten, ob das Bad nun tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt werde, denn die Gemeinde habe gegen die Teilunterschutzstellung durch das Bundesdenkmalamt Einspruch erhoben. Erst wenn das geklärt sei, könne man auch mit Land und Umlandgemeinden über eine etwaige finanzielle Beteiligung am Hallenbadprojekt verhandeln. Denn: „Alleine wird es die Stadt nicht schaffen“, betonte Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ).

Gutachten liegen bereits vor

Über fünf Monate später hat sich die Lage nicht wesentlich verändert. Die Stadtgemeinde Neusiedl am See und ihre Tochtergesellschaft Freizeitbetriebe GmbH warten nach wie vor auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG), welches entscheidet, ob dem Neusiedler Einspruch gegen eine Unterschutzstellung stattgegeben wird oder nicht.

Was Hoffnung gibt, dass nun doch Bewegung in die Sache kommt, ist die Tatsache, dass dem Bundesverwaltungsgericht bereits zwei Gutachten vorliegen, auf dessen Basis es eine Entscheidung geben soll. Auf Anfrage erreichte die BVZ folgende Stellungnahme des BVwGs: „Im Rahmen einer mündlichen Verhandlung, welche voraussichtlich für Ende September anberaumt wird, werden beide Gutachten erörtert. Je nach Verlauf der Verhandlung wird sich ergeben, ob die Entscheidung sogleich mündlich verkündet wird oder in der Folge schriftlich ergeht.“

Zumindest eines der Gutachten erging auch an die Stadtgemeinde, die Freizeitbetriebe und an das Bundesdenkmalamt. Sowohl Bürgermeisterin Elisabeth Böhm als auch Stadtrat Heinz Zitz und der Geschäftsführer der Freizeitbetriebe Georg Glerton erklärten auf Nachfrage, dass es „keine Überraschungen“ in der Expertise des Sachverständigen gebe. „Wie uns auch bekannt ist, wird darin etwa von einem Wartungsrückstand gesprochen. Große Probleme sieht der Sachverständige in der Außenbetonanlage wie den Brücken und Rampen“, so Glerton. In die gleiche Kerbe schlägt Peter Adam vom Bundesdenkmalamt: „Erwartungsgemäß wird darin bestätigt, dass ein Handlungsbedarf besteht.“

Einem Urteil möchten die Genannten nicht vorgreifen. Es wäre aber eine Überraschung, sollte die Entscheidung des BVwGs gegen einen Denkmalschutz ausfallen, hört man unter Stadtpolitikern.