„Karlwirt“ verkauft nach 37 Jahren. Karl Leidenfrost, der „Karlwirt“, hat sein Gasthaus an Roman Purt verkauft.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 06. November 2020 (04:00)
Harald Pokorny, WKO-Regionalstellenleiter Bezirk Neusiedl am See, Bürgermeister Erwin Preiner, Anita Waba und Robert Frank, Regionalstellenobmann der WKO, überbringen dem neuen Eigentümer Roman Purt (2.v.r.) die besten Glückwünsche zur Übernahme.
zVg

Die offizielle Neueröffnung des Traditionsbetriebes erfolgte am 21. Oktober. Der neue Eigentümer heißt Roman Purt.

Karl Leidenfrost, der das Restaurant „Karlwirt“ in den letzten Jahrzehnten als Marke in der Region etablierte, sprach mit der BVZ über die Beweggründe des Verkaufs und seine Pläne für die Zukunft.

„Am 4. Oktober hatten wir das letzte Mal in gewohnter Form geöffnet. Rückblickend kann ich nur sagen: Es war eine so schöne Zeit und ich war wirklich sehr gerne Wirt“, erzählt Leidenfrost.

Von 1983 bis 2000 ein Imbiss, von 2001 bis 2020 das beliebte und geschätzte Wirtshaus, Karl Leidenfrost war insgesamt 37 Jahre lang der „Karlwirt“ und das mit Leib und Seele. „Dass wir nun einen Schlussstrich ziehen, das war ein gemeinsamer Familienentschluss. Es hatte mehrere Gründe. Erstens bin ich seit März pensionsberechtigt, zweitens haben unsere Kinder schon lange andere Pläne und drittens hat sich die Gastronomie im Allgemeinen, das Berufsbild und die Anforderungen die letzten 20 Jahre drastisch geändert. Und diese Veränderungen wollten wir nicht mitgehen. Wir haben einfach gespürt, es ist an der Zeit für etwas Neues“, erläutert Leidenfrost die Beweggründe.

Freizeit um Kraft zu tanken

Die ganze Familie habe in den letzten Jahrzehnten sehr viel Energie und Kraft in den Betrieb reingesteckt, „aber wir haben auch so viel wieder zurückbekommen.“ Wenn er an die Zeit zurückdenke, denke er vor allem an die vielen besonderen Menschen - die tausenden Stammgäste, die teilweise sogar mehrmals pro Woche extra von Wien nach Winden gekommen sind. „Vor allem in den letzten Monaten, es war direkt rührend, diese Unterstützung gab uns in der schwierigen Corona-Zeit Kraft. Ich möchte mich bei den Gästen für ihre Treue bedanken und auch bei meinem Stammpersonal. Es ist einfach unglaublich, was für tolle Leute wir am Ende hatten.“

Die neugewonnene Freizeit nutze er jetzt für sich selbst, um wieder Kraft zu tanken. Die letzten Jahrzehnte hätten Spuren und auch Kratzer hinterlassen und die wolle er nun reparieren. „Ich habe schon noch einige Pläne für die Zukunft, aber das hat wenig mit Gastro zu tun“, offenbart Leidenfrost mit einem Schmunzeln im Gesicht.