Vergleich geschlossen: Geld für Apetloner Weideverein. Weideverein und Urbarialgemeinde schlossen Vergleich. 73.000 Euro sollen bezahlt werden.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 14. November 2019 (05:21)
Einigung. Der Weideverein Apetlon forderte 116.000 Euro von der Urbarialgemeinde für die Beweidung der Nationalparkflächen. Jetzt hat sich der Verein mit 73.000 Euro zufriedengegeben.
Symbolbild/Bilderbox

Vorbehaltlich der Zustimmung der Vollversammlung der Urbarialgemeinde könnte nun in der Nationalparkgemeinde ein seit Längerem schwelender, hochemotional geführter Konflikt beigelegt worden sein:

Bei der Verhandlung am 5. November 2019 am Landesgericht Eisenstadt haben sich Vertreter der Urbarialgemeinde Apetlon bereit erklärt, an den Weideverein Apetlon 68.000 Euro zu bezahlen und einen Teil der Anwaltskosten in der Höhe von 5.000 Euro zu übernehmen.

„Die einzig vernünftige Lösung, sonst würden wir in zwei Jahren immer noch prozessieren“Rudolf Tobler

Der Weideverein hatte die Urbarialgemeinde geklagt, weil diese seit 2016 keine Zahlungen mehr für die Beweidung der Nationalparkflächen geleistet hatte. Für einen Zeitraum von vier Jahren forderte der Weideverein 116.000 Euro gerichtlich ein und verlangte die Fortsetzung des bislang gültigen Pachtvertrages. Jährlich treiben die Mitglieder des Weidevereins ihr Fleckvieh auf die Weideflächen und leisten damit einen Beitrag zur Erhaltung der unter Schutz gestellten Steppenlandschaft.

„Der Richterin gelang es, den Weideverein davon abzubringen, dass man auf Vertragsverlängerung über 2020 hinaus besteht“, berichtete Rudolf Tobler, Anwalt der Urbarialgemeinde, über das Ergebnis des am 5. November durchgeführten Verfahrens.

Der Vergleich sei die „einzig vernünftige Lösung, sonst würden wir in zwei Jahren immer noch prozessieren“, so Rudolf Tobler. Günther Reiffenstuhl, Anwalt des Weidevereins, bezeichnete die nunmehr gefundene Lösung als „besten Weg, was die Zukunft betrifft“ und insofern als Erfolg, als die Urbarialgemeinde dem Weideverein ursprünglich gar nichts zahlen habe wollen und nun doch ein stattlicher Betrag vereinbart wurde.

Die Grundlage für Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit sei damit geschaffen, so der Jurist. Offen ist noch, ob die Urbarialgemeinde dem Vergleich zustimmt. Die Vollversammlung wird sich damit Ende November befassen.