XXXLutz-Lager mit riesiger Photovoltaik-Anlage. Lutz investiert 60 Millionen Euro in ein neues Zentrallager mit einer 3.000 Quadratmeter großen Photovoltaik-Anlage.

Von Paul Haider. Erstellt am 04. Dezember 2019 (04:06)
Der Startschuss ist gefallen. Alois Knauseder, Leiter der XXXLutz Bauabteilung, Unternehmenssprecher Thomas Saliger, die Landesräte Christian Illedits, Daniela Winkler, Heinrich Dorner und Alexander Petschnig, Bürgermeister Werner Friedl und Gemeindevorstand Werner Falb-Meixner bei der Lutz-Grundsteinlegung. Fotos: Haider
Paul Haider

Am Freitag war es so weit: Der Grundstein für das neue XXXLutz-Zentrallager in Zurndorf wurde gelegt. Die Lutz-Gruppe investiert 60 Millionen Euro in das riesige Gebäude mit 110.000 Quadratmetern Lagerfläche. 120 neue Arbeitsplätze werden in der ersten Phase geschaffen, 320 sollen es im Endausbau werden.

Am Dach des Lagerhauses wird eine 3.000 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 411 kWp installiert. Damit wird sogar die Stromleistung des derzeit größten privaten Solarkraftwerks im Burgenland, am Dach des Andauer Weinguts Scheiblhofer (400 kWp), getoppt.

Bereits seit mehreren Monaten sind die Erdarbeiten vor Ort im Gange. Circa 90.000 Kubikmeter Erde wurden umgelagert, ebenfalls 90.000 Kubikmeter Humus abgetragen. Diese Arbeiten sind bereits fast abgeschlossen, sodass noch heuer mit dem Hochbau begonnen werden kann. Die Fertigstellung des Lagers, das der Warenversorgung der Firma für Mittel- und Südosteuropa dienen soll, ist für Juli 2020 vorgesehen.

Römische Villa bei Grabungen freigelegt

Die Bauarbeiten haben sich mehrmals verzögert. Einerseits aufgrund von Einsprüchen von Anrainern und Naturschutz-Organisationen, andererseits aber auch aufgrund eines beachtenswerten Fundes, den die ersten Grabungen zutage befördert haben: „Wir haben die originären Vorbesitzer ausgegraben“, scherzte Alois Knauseder, Chef der XXX-Lutz Bauabteilung.

Neben vielen Kleinfunden, wie Skelette, Werkzeuge und Schmuckstücke, wurde auch eine römische Villa mit fragmentarisch erhaltener Fußbodenheizung und Fundemanten freigelegt. Die Erdarbeiten auf dem Areal haben aufgrund dieser historischen Funde aus der Römerzeit in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt stattgefunden.

Zurndorfs Bürgermeister Werner Friedl (SPÖ) zeigt sich erfreut, dass es mit den Bauarbeiten jetzt so richtig losgehen kann: „Die Einsprüche gegen das Projekt haben mich irritiert. Das ist hier der ideale Standort für das Lager und wir sind glücklich über die vielen neuen Arbeitsplätze und Lehrstellen für die Region.“

Auch Gemeindevorstand Werner Falb-Meixner (ÖVP) befürwortet das Projekt: „Aus Sicht von Landwirtschaft und Naturschutz schmerzt zwar der Verlust an landwirtschaftlicher Fläche, jedoch sind dies ohnehin nicht unsere besten Gründe. Durch die von der Naturschutzbehörde verordnete Anlage von 30 Hektar neuer wertvoller Naturflächen werden eventuelle negative Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt minimiert. Unterm Strich ist das Projekt für die Gemeinde positiv zu sehen.“

Alliance for Nature fordert weiterhin, das Vorhaben einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen. Das Landesverwaltungsgericht (LVwG) Burgenland hat unterdessen einen entsprechenden Antrag der Naturschützer abgewiesen.